Full text: Zwischen Saar und Mosel

A 
B 
.. .Salona, ubi edificavi ecclesia in honore sanc¬ 
tae Mariae, ubi requiescunt sanctus Priuatus 
martyr, sanctus Ilarus (Hilarus C) confessor, 
quicquid ibidem datum fuit de conlata populi et 
ipse populus mihi tradidit, omnia et ex omnibus, 
sicut per testamentum meum iam confirmavi, a 
partibus sancti Dionisii ipsa cella debeat aspi¬ 
cere, tam illas commutationes, que cum Angal- 
ramno episcopo feci, quamque et reliquos com¬ 
mutationes. 
. . . Salona, ubi aedificavi ecclesiam in honore 
sanctae dei genetricis Mariae, ubi requiescunt 
corpora sanctorum pontificum Privati martyris 
et Hilari confessoris, quicquid ibidem donatum 
fuit de conlata populi. 
Der Textvergleich zeigt, daß in B nur eine Kurzfassung des A-Textes vorliegt8. Die 
ausführlichere Unterrichtung über die Verhältnisse in Salonnes nimmt also A vor: 
es wird noch einmal bekräftigt, was Fulrad schon durch ein besonderes, offenbar 
verlorenes testamentum gesichert hatte, nämlich die Unterstellung der Neugrün¬ 
dung unter St. Denis. Es wird aber auch über die wirtschaftliche Grundlage der 
cella gesprochen: übertragen werden - neben der als selbstverständlich anzuneh¬ 
menden Ausstattung durch Fulrad und seine Familie - auch die Schenkungen des 
populus an die Kirche oder Fulrad, die von Bischof Angelram von Metz (768-791) 
ertauschten Güter und den durch Tausch mit anderen Grundherren erworbenen 
Besitz, von dem wir in zwei Fällen - Tauschakte mit Bischof Petrus von Verdun 
bzw. mit einem Abt Anno (von Tholey?) und mit der Äbtissin Eufemia des Metzer 
Klosters St. Pierre-aux-Nonnains - anderweitige Kenntnis haben9. 
Durch ein Diplom Karls des Großen vom November 775 wissen wir auch von der 
Ausstattung der cella am Nebenfluß der Seille, die in unmittelbarer Nähe der 
Salzvici Vic, Marsal, Moyenvic und Dieuze lag, mit Königsgut10. Der König 
schenkt proprietates meas . . . in Uuarningas, die sein Vater von Adalbald erhalten 
hatte; einen Mansus in Filicione curte, et illa terra et silva de uno manso ad Buxito, 
was alles der Vater Pippin dem Fulrad als Lehen gegeben hatte; ferner einen 
Mansus in Ermeraga villa, einen Mansus ad Alningas und einige Mansen ad 
Carisiago. Die Identifizierung der Ortsnamen soll später erfolgen, doch darf gesagt 
werden, daß sich alle Orte im Seillegau, und zwar zumeist in der Nähe von 
Salonnes befinden. Die Orte der Schenkung werden in zwei Dorsualnotizen des 
achten und des neunten Jahrhunderts nochmals aufgeführt. 
du Comité Philologique et Historique 1967, S. 233-256. Vgl. zu Fulrad noch die schöne Gesamtcha¬ 
rakteristik bei H.W. Herrmann, Fulrad von Saint-Denis. Abt, Diplomat und Territorialpolitiker im 
Dienste der karolingischen Dynastie, in: Saarheimat 6 (1977), S. 108-113; ferner: A. J. S. Toclet, 
Fulrad de St. Denis, abbé et archiprêtre de monastères „exemts“, in: Le Moyen Age 88 (1982), S. 
205-235. 
8 Vgl. W. Haubrichs, Die bliesgauischen Ortsnamen des Fulrad-Testamentes und die frühe Pfarrorga- 
nisation der Archipresbyterate Sankt Arnual und Neumünster im Bistum Metz, Teil I, in: JWLG 2 
(1976), S. 23-76, hier S. 23ff. 
9 S. u. Anm. 32; ferner vgl. W. Haubrichs, Die Tholeyer Abtslisten des Mittelalters. Philologische, 
onomastische und chronologische Untersuchungen (Veröffentlichungen der Kommission für Saarlän¬ 
dische Landesgeschichte und Volksforschung Bd. XV), Saarbrücken 1986, S. 127. 
10 D. KdG, Nr. 107; ChLA XVI Nr. 620. Vgl. dazu K. Hauck, Paderborn, das Zentrum von Karls 
Sachsen-Mission 777, in: J. Fleckenstein / K. Schmid (Hgg.), Adel und Kirche, Freiburg i.B. 1968, 
S. 103. 
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