Full text: Zwischen Saar und Mosel

Wolfgang Götz 
Zum Bautyp der Chorturmkirche im Saarland 
Die Beschäftigung mit den Chorturmkirchen führt uns gewiß nicht in einen Bereich 
der Monumentalbaukunst oder zu Bauten höchsten künstlerischen Ranges. Chor¬ 
turmkirchen sind in aller Regel Kleinbauten, Dorfkirchen zumeist oder kleine 
städtische Pfarrkirchen. 
Spätestens seit den Arbeiten von Manfred Eimer 1935 und 1939 ist die Chorturm- 
kirche in ihrer Bedeutung und Verbreitung allgemein bewußt geworden. Diese 
Arbeiten stellen eine Art „Initialzündung“ dar, von der alle späteren Beiträge zur 
Chorturmkirche ausgehen. Die von Eimer noch unbeantworteten Fragen wurden 
zwar auch künftig gestellt, gültige und verbindliche Antworten darauf jedoch bis 
heute nicht gegeben1. Es folgen Arbeiten von Erich Bachmann 1941 (der die 
Chorturmkirche schon in karolingischer Zeit in Kärnten nachweist)2 und von 
Rudolf Egger 19403, der sich auch zum europäischen Ausbreitungsgebiet der 
Chorturmkirche äußert und die frühesten Chortürme im Gallien des 5. und 6. 
Jahrhunderts ausmacht. 1947 untersucht Josef Hoster die Chortürme im Rheinland4. 
Zusammenfassend und weiter ausgreifend ist der Artikel „Chorturm“ von Erich 
Bachmann von 19545. Sonst wird der Chorturm in größeren Zusammenhängen nur 
kurz erwähnt6. Die letzte ausführlichere Behandlung erfährt der Chorturm durch 
1 Manfred Eimer, Die romanische Chorturmkirche in Süd- und Mitteldeutschland, Tübingen 1935, 
ders., Die Chorturmkirche in Württemberg, In: Württ. Vierteljahreshefte für Landesgeschichte 41 
(1935), S, 254—266; ders., Die erweiterte Chorturmkirche, In: Blätter für württ. Landesgesch. 43 
(1939), S. 66-68. 
2 Erich Bachmann, Kunstlandschaften im romanischen Kleinkirchenbau Deutschlands, in: Zs. des 
Deutschen Vereins f. Kunstwissenschaft 8 (1941), S. 159-172. 
3 Rudolf Egger, Vom Ursprung der romanischen Chorturmkirche, in: Wiener Jahreshefte 32 (1940), 
S. 85-125. 
4 Joseph HOSTER, Die Chortürme im Rheinland, in: Colonia sacra Bd. 1 = Festgabe für Wilhelm Neuß, 
Köln 1947, S. 100-162. 
5 In: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte Bd. 3, Stuttgart. S. 567-575. 
6 Z.B. bei Edgar LEHMANN, Der frühe deutsche Kirchenbau, Berlin 1947, S. 83-85; H. E. KUBACH u. 
A. Verbeek, Die vorromanische u. romanische Baukunst in Mitteleuropa (Literaturbericht 
1938-1950), in: Zs.f.Kunstgesch. 14 (1951), S. 124-148, bes. S. 137. H. E. Kubach, Die Architektur 
der Romanik, Stuttgart 1974, hier S. 27 Hinweise zum Bautyp. 
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