Full text: Die alte Diözese Metz

Besitz Waldfischbach verbunden gewesen'41. Die Grafen von Saarbrücken als Vögte 
des Klosters konnten hier wohl einen Teil des Klosterguts im frühen 12. Jahrhundert 
an sich bringen; ähnlich könnte sich - als Usurpation auch später noch sichtbarer, aus 
dem Hofbezirk Queidersbach resultierender Rechte142 - der Besitz der Zweibrücker 
Grafen und der Leininger. die das Erbe der Saarbrücker antraten, an dem benach¬ 
barten südlichsten Zipfel der Wormser Diözese, an der Kirche und in der Pfarrei 
Thaleischweiler erklären141. 
141 In einer Besitzbestätigung für die Prämonstratenserabtei Wadgassen, einer Gründung der 
Grafen von Saarbrücken, wird 1152 die Schenkung eines Allods durch einen Grafen Sigebert 
in Burgalba genannt. Mit diesem Grafen könnte der seit 1080 und vor 1118 faßbare Saargau¬ 
graf dieses Namens, der aus dem Elsaß gekommene Stammvater des Saarbrücker Hauses, 
dessen Bruder Winither um 1078 Abt in Hornbach war, gemeint sein, aber auch dessen 
gleichnamiger Sohn, der das elsässische Erbe der Familie antrat und zum Stammvater der 
Grafen von Werd wurde. Da noch 1225 die Grafen von Zweibrücken als Erben der Saar¬ 
brücker Rechte in B. haben, der aus der Hornbacher Vogtei vermittelte Besitz also nicht 
gesamthaft an Wadgassen gelangte, nehme ich an, daß der zweite Sigibert gemeint war. Das 
auf das elsässische Kloster Neuweiler verweisende Patrozinium St. Adelphus der Kirche von 
B. paßt gut zur Herkunft der Familie de Alsatia. Vgl. Pöhlmann/Doll (wie Anm. 83) Nr. 
78. 80; J. Burg, Regesten der Prämonstratenserabtei Wadgassen bis zum Jahre 1571, Saar¬ 
brücken 1980, Nr. 11. 21. 47. 97. 103; Th. Kaul, Burgalben und die Abtei Wadgassen, in: 
Bll. f. Pfalz. Kirchengesch. 19 (1952), S. 1-11; H. Werte, Die Machtstellung des Saar¬ 
brücker Hauses am Mittel- und Oberrhein im 12. Jh., in: Saarbrücker Hefte 5 (1957), S. 36f.; 
H.W. Herrmann, in: Geschichtliche Landeskunde des Saarlandes, Bd. 2 (wie Anm.106), 
S. 65ff; K. Hoppstädter, ebd., S. 279ff. Zu Pfarrkirche und Hof- bzw. Pfarrbezirk, der im 
Weistum von 1522 B., Donsieders und +Diedersbach umfaßte vgl. Rödel (wie Anm. 1), S. 
10ff.; Burg Nr. 53. 286: Glasschröder (wie Anm. 80) Nr. 66; A.H. Jungk. Regesten zur 
Geschichte der ehemals Nassau-Saarbrückischen Lande (- Mitt. d. Hist. Ver. d. Saargegend 
13/14), Saarbrücken 1914/19, Nr. 1185. Die ursprüngliche Verklammerung der Hornbacher. 
Wadgasser und Eußerthaler Rechte im Raum Burgalben-Waldfischbach-Lauberwald läßt 
sich aus Verträgen des. 13. Jhs. über Bannzwänge, Waldgerechtigkeiten und Nutzungsrechte 
rekonstruieren. Vgl. Neubauer (wie Anm. 45) Nr. 104. 122; Burg Nr. 29. Die archaische, 
den seit Jahrhunderten etablierten Verhältnissen ganz zuwider laufende Rechtsweisung im 
Weistum von 1522, maß unnd gesey in Queichhambach, und wenn nicht da, im Hornbacher 
freyhoff zu Godramstein zu holen, ist nur aus den Hornbacher Filiationen und Bindungen der 
drei Höfe zu erklären und weist vielleicht auf karolingische Villikationen zurück. Wie sich bei 
Waldfischbach Beziehungen zu Contwig zeigten (Anm. 139), so nun hier eine frühe 
Verklammerung mit dem Speyergauer Besitz des Klosters: L. Kampfmann, Weistümer 
über Burgalben, in: Pirmasenser Geschichtsbll. 5 (1930), S. 29-31. 
142 Ein frühes Ausgreifen aus dem Queidersbacher Hofbezirk ins benachbarte Waldland läßt 
sich vielleicht im Namen des zum Hofbezirk Waldfischbach gehörigen Ortes Geiselberg, 1299 
Gisenberg, zum PN Giso, fassen. Giso (kaum Biso, wie eine Variante will) hieß der fidelis, 
der 976 von Otto II. zwei Königsmansen in Qu. empfing (Anm. 128). 
143 Der Kirchensatz von T. (Pfarrkirche St. Margaretha) gehört 1308 zur einen Hälfte den Gra¬ 
fen von Zweibrücken, 1319 zur andern Hälfte der Linie Zweibrücken-Bitsch. Bereits 1214 
verfügt Graf Friedrich von Leiningen, Sohn des Grafen Simon II. von Saarbrücken (1182- 
1207), über ein praedium in T., das ihm von seinem Onkel (patruus), dem Probst von St. Pau¬ 
lin zu Trier, d.i. Simons II. Bruder Adalbert, vermacht worden war. Ein später aufscheinen¬ 
der Wadgasser Anteil an T. stammte ebenfalls aus einer Schenkung der Leininger. So muß 
der Erwerb von E. spätestens unter Graf Simon I. von Saarbrücken (1135 - etwa 1182) statt¬ 
gefunden haben. Daß das Engagement der Saarbrücker in T. jedoch wahrscheinlich noch 
weiter in die erste Zeit des Fußfassens der Familie in Saar- und Bliesgau zurückreicht, dafür 
spricht die gewaltige spätsalische Burganlage (spätes 11. Jh.), das .Steinenschloß’ auf einem 
Bergsporn über dem Zusammenfluß von Rodalbe und Schwarzbach in der Gemarkung von 
T. , das wohl der Sicherung des Saarbrücker Besitzkomplexes in T„ Burgalben und Rodalben 
dienen sollte. Vgl. Pöhlmann/Doll (wie Anm. 83) Nr. 483. 510; Remling (wie Anm. 
122), TI. II. S. 323 Nr. 6; Burg (wie Anm. 141) Nr. 854; Böhme (wie Anm. 114), S. 55ff. 
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