Full text: Die alte Diözese Metz

führen eine aktive gegenreformatorische Politik, indem sie Sarrebourg zur katholi¬ 
schen Bastion inmitten protestantisch gewordener Archipresbyterate ausbauen und 
indem sie ihre landesherrliche Präsenz durch Besetzung (Bitche) oder systematischen 
Aufkauf einzelner Verwaltungsbezirke (St. Avold, Hombourg-Haut, Lixheim, Mar- 
sal) stärken. 
Die ersten Äußerungen der tridentinischen Reform in Metz gehen auf den Weih¬ 
bischof Antoine Fournier (1532-1610) zurück. Sie äußern sich.vor allem in der Pre¬ 
digt durch Jesuiten, Dominikaner, Franziskaner und Kapuziner. Fournier beruft eine 
erste Priestersynode für das Jahr 1588 ein. in der Volksfrömmigkeit zeigen die pro- 
cessions Manches der Jahre 1583 - 1585 den Einfluß französischer Spiritualität. Eine 
erste aktive Phase der katholischen Reform fällt in den Zeitraum von 1595-1612, min¬ 
destens im westlichen Teil der Diözese. Sie erklärt sich aus dem Willen des damali¬ 
gen Bischofs Kardinal Karl II. von Lothringen und aus dem durch das Edikt von 
Nantes (1598) geschaffenen neuen Rechtszustand. Sie wird gekennzeichnet durch 
eine starke bischöfliche Aktivität bei der Gründung neuer Ordensniederlassungen 
(Rekollekten, Kapuziner, Franziskaner) und durch die Sorge für das Erziehungswe¬ 
sen. Aber erst in den Jahren nach 1620 bis zum Ende des Jahrhunderts macht die 
Reform beträchtliche Fortschritte. 
2. Die Träger der tridentinischen Reform 
Das Wiedererstarken des Katholizismus ergibt sich aus der Zusammenarbeit der 
Herzoge von Lothringen, der Bischöfe, des Ordensklerus und der Jesuiten. Die Per¬ 
sönlichkeit des Kardinals von Lothringen wurde bereits erwähnt, neben ihm sind 
seine Weihbischöfe zu nennen, die zwischen 1617 und 1658 die hauptsächliche Rolle 
spielten. Sie besaßen oft großes Gewicht, z. B. Martin Meurisse. Der Ordensklerus 
trug wesentlich dazu bei. Die monastische Struktur der Diözese Metz, bis dahin 
schon beträchtlich, wurde ausgebaut. Im Jahr 1650 bestanden in der Diözese 150 
Abteien, Priorate und Konvente, unter denen die Benediktiner (Metz, Longeville, St. 
Avold, Bouzonvifle) und die Franziskaner den wichtigsten Platz einnahmen. In Sarre¬ 
bourg wurde der Dominikanerkonvent zwischen 1623 und 1629 wiederhergestellt und 
eine Kapuzinerniederlassung 1629 gegründet. Wichtigste Stütze der bischöflichen 
Bestrebungen zur Durchführung der tridentinischen Reform blieben aber die Jesui¬ 
ten. Von ihren Kollegien in Metz (1622) und in Bouquenom/Bockenheim (1630) aus 
äußern sich ihre Aktivitäten in der Kontroverstheologie, der Predigt und in Missio¬ 
nen. In den östlichen Teil der Diözese setzen sie deutschsprechende Ordensbrüder 
aus ihren Häusern Luxemburg, Trier und Molsheim ein. Sie können sich wachsenden 
Erfolges erfreuen. Seit 1630 wird die Diözese Metz ein wichtiger Faktor in der Politik 
der Gegenreformation, die nun auch vom französischen Königtum getragen wird; 
aber der Dreißigjährige Krieg wirkt zunächst einmal hemmend. Erst ab 1668 setzt mit 
dem Episkopat von Georges d’Aubusson de la Feuillade wieder ein Aufschwung ein. 
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