Full text: Die alte Diözese Metz

Hingegen im Norden schlossen sich an das Amt Zweibrücken direkt an Nahe und 
Glan die Zweibrückischen Ämter Lichtenberg mit Kusel und Nohfelden sowie Mei¬ 
senheim, dazu, vom Veldenzer Grafenhaus erheiratet, noch Lauterecken und Vel¬ 
denz an der Mosel"’. Die wenigen Veldenzer Kirchspiele16 17 gehörten der Diözese 
Trier, dem Dekanat Piesport, an. Die beiden Pfarreien des Amtes Nohfelden1* lagen 
im gleichen Bistum im Dekanat Wadrill. Die Masse der zweibrückischen Pfarreien in 
den Ämtern Lichtenberg und Meisenheim gehörte zur Diözese Mainz. Zumeist res- 
sortierten sie unter dem Archidiakonat des Mainzer Dompropstes beim Archipres- 
byterat Glan bzw. Kusel19 20, einige wenige Pfarreien auch beim Archipresbyterat 
Sobernheim. Von besonderem kirchlichen Gewicht in dieser Region waren im Amt 
Lichtenberg die Propstei Remigiusberg bei Kusel, im Amt Meisenheim das Zisterzi¬ 
enserkloster Disibodenberg bei Odernheim. Diese besaßen jeweils bei einer Mehr¬ 
zahl der umliegenden Pfarreien die Kollaturrechte. Bei beiden Korporationen war 
der Herzog von Zweibrücken Schirmherr und Vogt. 
Für die Geschichte der Reformation in Zweibrücken wird von Belang, daß sich das 
weit hingezogene Land kirchlich im wesentlichen auf drei verschiedene Diözesen ver¬ 
teilt: Metz, Speyer, Mainz. Die Bistümer Trier und Worms können hier übergangen 
werden. In jedem der stärker betroffenen Bistümer wiederum liegt das Zweibrücker 
Land jeweils am Rande, von Speyer aus an der Straßburger Grenze, von Metz aus an 
derjenigen von Speyer und Worms, von Mainz aus im Grenzbereich zu Trier hin. So 
hat es im Verlauf der Reformationsgeschichte wohl Reibungen und begrenzte Kon¬ 
flikte zwischen kirchlicher und landesherrlicher Gewalt gegeben, zu unterschiedli¬ 
chen Zeiten und bei unterschiedlicher Veranlassung. Nicht aber gab es die eine große 
Kraftprobe zwischen einem einzigen bischöflichen Oberhirten und dem kirchlich 
tätig werdenden Landesherrn von Zweibrücken. 
Eine sachgerechte Reformationsgeschichte von Pfalz-Zweibrücken müßte den spät¬ 
mittelalterlichen Zustand des Kirchenwesens erhellen. Dabei müßten insbesondere 
das Schicksal der Ordensreformen ebenso wie Charakter und Tendenzen landesherr¬ 
licher Kirchenpolitik vor der Reformation klar erfaßt werden. Und alles dies müßte 
in die verschiedenen Diözesangeschichten eingepaßt sein. Leider fehlt es an solchen 
Arbeiten zur spätmittelalterlichen Kirchengeschichte sehr203. Und das ist bei der Zer¬ 
splitterung pfälzischer Archivbestände kein Wunder. Liegt das Material doch in 
München, Speyer und Zweibrücken, Koblenz, Karlsruhe und Luzern verstreut. In 
16 Baumann (wie Anm. 10), S. 1220: Oberamt Lichtenberg und Meisenheim; S. 1221: Amt 
Nohfelden; S. 1222-1223: Pfalz-Veldenz. 
17 Über die Pfarreien Dusemond, Mülheim und Veldenz s. Fabricius (wie Anm. 4), S. 50-51; 
58; 63-64. 
18 Achtelsbach und Wolfersweiler, ebd., S. 120-121; 133-134. 
19 Ebd., S. 346-376. 
20 Aus dem Amt Meisenheim sind das Duchroth, Niederhausen, Rehborn, ebd., S. 416; 424-425; 
427. 
:a’ Inzwischen erschien Hans-Walter Herrmann, Ansätze eines vorreformatorischen landes¬ 
herrlichen Kirchenregimentes im Herzogtum Pfalz-Zweibrücken, in: Standfester Glaube. 
Festgaben zum 65. Geburtstag von F. J. G. Goeters, hrsg. v. Heiner Faulenbach, Köln 
1991 (Schriften des Vereins für Rheinische Kirchengeschichte, Bd. 100), S. 21-35. 
193
	        

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