Full text: Das Saarrevier zwischen Reichsgründung und Kriegsende

Unbeantwortet in der Literatur bleibt die Frage nach Rentabilität und Gewinn des 
staatlichen Bergbaus, nach dem Verhältnis zwischen Erträgen, laufenden Kosten und 
Investitionen. Die in den staatlichen Archiven in Düsseldorf,55 Merseburg56 und 
Saarbrücken57 verwahrten Aktenbestände dürften eine Beantwortung zulassen. 
Für die bayerischen Steinkohlengruben in der Westpfalz hegt keine größere Betrach¬ 
tung vor.58 Über das Bergwerk St. Ingbert sind wir dank der Arbeiten Wolfgang 
Krämers59 besser unterrichtet als über die Bexbacher Grube. Auch hier steht eine 
Auswertung der Ministerialakten60 noch aus. 
Eine umfassende Darstellung der Koksherstellung hierzulande fehlt. Sie zeigt in dem 
uns interessierenden Zeitabschnitt eine schwerpunktmäßige Verlagerung von den 
Gruben und den privaten Kokereien zu den Eisenhütten. Sie suchte nach neuen 
Wegen, um aus der Saarkohle durch besondere Verfahren, wie Beimengung von 
Kohle aus anderen Revieren oder Stampfen des Kohlenstaubes, einen Hochofenkoks 
befriedigender Qualität zu erhalten. Otto Johannsen hat in seiner Geschichte der 
Kokerei Altenwald interessantes Material zusammengetragen.61 
Für die Geschichte der saarländischen Hütten liegen die älteren Untersuchungen von 
Julius Kollmann,62 Wilhelm Born63 und Hermann Müller,64 ausführliche Firmenge¬ 
schichten für die Werke Dillingen,65 Neunkirchen,66 Völklingen,67 Burbach,68 Hal- 
55 Bestand Oberbergamt Bonn. 
56 Bestand Rep. 120 Preußisches Ministerium für Handel und Gewerbe, vgl. dazu das Speziali¬ 
nventar von Herbert Buck, Zur Geschichte der Produktivkräfte und Produktionsverhältnisse 
in Preußen 1810-1933, 4 Bände, Berlin 1960-70. Die Registratur der Abt. für Bergwerks-, 
Hütten- und Salinenwesen ist nicht in das Spezialinventar von Buck einbezogen, sie bildet den 
Bestand Rep. 121. 
57 Vornehmlich der Bestand Bergwerksdirektion Saarbrücken, früher LHA Koblenz Best. 564. 
58 Das Schwergewicht des Buches von Anton Bockhardt, Der Steinkohlenbergbau der Pfalz 
während der Jahre 1821-1880, bearbeitet, ergänzt und hrsg. von Wilfried Rosenberger, Bad 
Kreuznach 1974, liegt vor unserem Betrachtungszeitraum. 
59 Krämer, Wolfgang, Geschichte der Stadt St. Ingbert von den Anfängen bis zum Ende des 
Zweiten Weltkrieges, eine Heimatkunde aufgrund archivalischer Quellen, 2. Aufl. St. Ingbert 
1955, Bd. 2. 
60 Verwahrt im HStA München Abt. II. 
61 Die Kokerei Altenwald und ihre Vorläufer, in: 50 Jahre Röchling Völklingen (wie Anm. 67) 
S. 127-151; Ress, Franz Michael, Geschichte der Kokereitechnik, Essen 1957, erwähnt 
punktuell saarländische Kokereien (S. 182, 263, 268-270, 335, 443, 533, 564, 582). 
62 Kollmann, Julius, Die Großindustrie des Saargebietes. Eine zusammenhängende Darstellung 
der geschichtlichen und technischen Entwicklung bis auf den gegenwärtigen Stand, Stuttgart 
1911. 
63 Vgl. Anm. 53. 
64 Müller, Hermann, Die Übererzeugung im Saarländer Hüttengewerbe von 1856 bis 1913, 
Jena 1935. 
65 Ham, Hermann van, Beiträge zur Geschichte der Aktiengesellschaft der Dillinger Hüttenwer¬ 
ke 1685-1935, Saarlautern 1935. 
66 Fünfviertel Jahrhundert Neunkircher Eisenwerk und Gebr. Stumm, Mannheim 1935. 
67 Nutzinger, Richard - Boehmer, Hans - Johannsen, Otto, 50 Jahre Röchling Völklingen. 
Die Entwicklung eines rheinischen Industrie-Unternehmens, Saarbrücken-Völklingen 1931. 
68 Die Burbacher Hütte 1856-1906. Denkschrift zur Feier des fünfzigjährigen Bestehens der 
Hütte am 22. Juni 1906, Saarlouis o. J, 
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