Full text: 'Nordwörter' und 'Südwörter' im Saar-Mosel-Raum

Dalhain (con Château-Salins): 1292 bredemade (Bestimmungswort: Adjek¬ 
tiv breit, dialektal bred)\ 
Postroff (con Fénétrange / Finstingen): 1295 brethematen (Bestimmungs¬ 
wort: Adjektiv breit, dialektal bred)\ 
Buhl-Lorraine (con Sarrebourg): 1304 thugemat (Bestimmungswort: Besit¬ 
zername [?]) sowie zu wolfartesmater (Bestimmungswort: Personenname 
Wolf-hart). 
Der Stammsilbenvokal erscheint graphisch immer als (a); einige mundartli¬ 
che Belege (z. B. [pofo'mot] in Butten) zeigen eine dunkle, dem loi ähnliche 
Realisierung des a-Vokals. Der Dental wird (tt), (t), (th), (dt) oder (d) ge¬ 
schrieben, die Mundartbelege haben hier immer [t], 
Matte kommt als Simplex und, weitaus häufiger, als Bestandteil zusam¬ 
mengesetzter Flurnamen vor. Zahlreich sind die Komposita, deren Benennung 
nach der Lage ( Waldmatte), nach der Größe oder Form (Großmatte, Langmat¬ 
te, Breitmatte, Spitzmatte), nach dem Besitzer (Schulzmatte, Pfaffenmatte), 
nach der Bodenbeschaffenheit (Bruchmatte, Sauermatte), nach der Tierhal¬ 
tung (Kälbermatte) etc. erfolgte. Bereits in den ältesten Belegen ist Matte meist 
mit einem Bestimmungswort kombiniert. Daraus ist zu folgern, dass der Name 
Matte als Simplex wegen des gehäuften Vorkommens zu unspezifisch gewesen 
wäre. Als Erstelement begegnet Matte vorwiegend in rezenten Flurnamen und 
in Namen des 18. Jahrhunderts; Grundwort ist meist Berg, ferner begegnen Tal, 
Graben usw. und an der Nordgrenze des Matte-Gebietes auch Wiese. Nur weni¬ 
ge Male ist ein Diminutiv Mättel (Mettel, Mattel [metol]) belegt. 
Matte wurde in Flurnamen des südlichen Untersuchungsraums in der Be¬ 
deutung ,Wiese4 toponymisiert. Nördlich davon gilt das standardsprachliche 
Äquivalent Wiese (mhd. wise, ahd. wisa). In drei lateinischen Flurnamenbele¬ 
gen des 13. Jahrhunderts begegnet als lateinische Entsprechung das Substantiv 
prätum n. , Wiese4:399 
Fraquelfing (con Lorquin): 1238 or. lat. pratum meum quod uocatur 
uulgariter stigelmate', 
Langatte / Langd (con Sarrebourg): 1250 or. lat. pratum de strata (AD Mos 
H 4730 Nr. 3). Prätum wird später durch Matte abgelöst: 1728 or. frz. 
strassmatt (AD Mos Cartes et Plans Nr. 993 fol 75), 1739 or. frz. strass 
matt dell (AD MM B 11784/11785), rezent Strossmatt del und Strossmattel 
['jörosum del]; 
Hesse (con Sarrebourg): 13. Jh. E. lat. aput hessen peciam prati in breethen 
maten. 
, w Vgl. auch oben, Abschnitt B, Nr. 7, die historischen Belege für Zermatt: 1291 de 
prato borno, 1435 ze made. 
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