Full text: 'Nordwörter' und 'Südwörter' im Saar-Mosel-Raum

artformen Hiww(e)l, Heww(e)l, Huww(e)l, Haiwl. Frühe historische Belege 
sind: 1219 Hobelen,197 1537 hebeil, 1550 ¿«¿e/,198 1592 Hebel und 1606 
hübell. Das Wort kommt fiächendeckend vor, nur im Osten ist das Synonym 
Buckel relevant. Zur Bildung von Flurnamen dienen die Simplizia Hewwel, 
Hiwwelche, Hewl und die Komposita Pferds-, Heiden-, Herrgotts-, Sand-, 
Stein-, Wacken-, Windhübel und Hübelacker. Hiwwel und Hewwel bezeichnen 
manchmal auch höher gelegene Dorfteile (PfälzWb 3, 1204-1207 und Karte 
205; weitere Flurnamen mit Hübel als Grundwort: Zink 1923, 71 f.)■ 
Im Oberdeutschen ist Hübel ebenfalls als Wort und als Name belegt, aller¬ 
dings nicht bodenständig, sondern mit spät überlieferten Belegen, die als 
hochmittelalterliche Übernahme aus dem Fränkischen interpretiert werden: 
Bair. Hübel m. bezeichnet .Hügel, Erhöhung1 und auch ,Beule4 (BayWb 1, 
1039). Schwäb. Hübel ,Hügel4 ist sowohl Wort als auch Flurname (Schwäb- 
Wb 3, 1844). Das gilt ebenfalls für bad. Hübel m., mda. hiwl (BadWb 2, 780; 
zu Flurnamen in Südbaden; Wenninger 1997, 181). In den elsässischen 
Départements Bas-Rhin und Haut-Rhin hat Hubel, Hübel m. ,Hügel, abgerun¬ 
dete Erhöhung des Bodens, auch auf einem Teller u. ä.4 die Mundartformen 
Hûpl, Hüwl, Hiiwl, Hipl, Hiwi, Howl, Hewl und wird auch toponymisch ver¬ 
wendet (ElsWb 1,300). 
Nicht bodenständig, sondern eine lexikalische Neuerung ist Hübel auch in 
der Schweiz: Nach Auskunft des SchweizId 2, 948f. ist Hubel m., Diminutiv 
Hübeli, frz. le houbel, von Westen in den Sprachraum vorgerückt und hat hier 
das historisch belegte Wort Bühl abgelöst. Ein Vorkommen hauptsächlich in 
den westlichen Kantonen zeigt SDS 6, Karten 60 und 62, im Südosten gibt es 
verstreute Belege, der Nordosten bleibt frei. Das Bedeutungsspektrum setzt 
sich zusammen aus ,Hügel4, ,(Erd-)Haufen, kleine Erhöhung im Boden, auf 
Wiesen1, ,Erhöhung, Geschwulst, Beule am Körper1 und weiteren übertrage¬ 
nen Bedeutungen. 
D. Hübel und seine Varianten sind in Flurnamen des Untersuchungsgebietes 
diesseits der Sprachgrenze fast flächendeckend belegt. Lediglich in einem 
Raum westlich einer Linie, die von der saarländischen Grenze bis zur Nied 
reicht, kommen die Namen nur vereinzelt vor, und nach Süden hin wird die 
Belegdichte schwächer. Die Überlieferung setzt im 15. Jahrhundert ein. Das 
Vorkommen von Hübel in Saar-Mosel-Raum ist in Verbindung mit der alten 
Verbreitung im Raum Niederlande-Westfalen-Rheinland zu sehen. 
Ein alter appellativischer Beleg findet sich in einem Flurnamen aus Weiten: 
1489 kop. 15. Jh. E. dt. ane eynen hobell bie eyner aider eichen (StB Tr 
1671/348 fol 44r; vgl. auch Jungandreas 1962, 542). In einer Werschweiler 
Urkunde findet sich ein deutlich älterer Beleg, wahrscheinlich der älteste ap- 
' Beleg aus einer Werschweiler Urkunde, siehe auch unten, Abschnitt D. 
198 Beleg aus Eschringen. 
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