Full text: 75 Jahre Saar Ferngas AG (38)

benenfalls auf die Absatzgebiete von Süwega und Hegoka auszuwei¬ 
ten.221 
Doch es dauerte ein weiteres Jahr, bis die Ferngasgesellschaft Saar nur 
wenige Tage nach ihrer formalen Gründung im Juni 1929 der PGAG 
einen Liefervertrag vorlegte. Nach Prüfung der Vertragsklauseln lehnte 
die PGAG eine Kooperation mit der FGS bis auf weiteres ab. Ihre 
Kritik bezog sich hauptsächlich darauf, dass eine hohe, gleichmäßige 
Gasqualität nicht garantiert werden könne, der Gaspreis vor allem bei 
niedrigen Gasbezügen zu hoch sei, generell klare Richtlinien für die 
Preisbildung fehlten und die Frage der Belieferung von Industriekun¬ 
den über die Kommunalunternehmen oder die Ferngasgesellschaft un¬ 
geklärt sei. Zusammenfassend kam die Expertise zu der Schlussfolge¬ 
rung: "Wie aus allem hervorgeht, Ist die FGS in technischer Begehung absolut 
noch nicht in der Gage, heute Ferngas in der gewünschten Qualität liefern gu kön- 
nen . z 
Da sich gleichzeitig die saarländische Gaswirtschaft und die Ruhrgas¬ 
wirtschaft erst einmal über eine Aufteilung der Versorgungsgebiete in 
Hessen, West- und Süddeutschland verständigen wollten, sah sich auch 
die PGAG nicht zum Handeln veranlasst. Im Dezember 1929 kam je¬ 
doch eine entsprechende Einigung zwischen der RAG und der saarlän¬ 
dischen Gaswirtschaft über die Aufteilung der Liefergebiete zustande. 
Dabei wurde die Pfalz der Saar als Versorgungsgebiet zugesprochen. 
Die FGS legte indes zunächst kein neues Angebot vor, folglich blieb 
auch die PGAG bei ihrer abwartenden Haltung. "Es frage sich", so der 
Oberbaudirektor von Ludwigshafen, Oefverberg, "was weiter gu geschehen 
habe, ob insbesondere die 1Verhandlungen beschleunigt, oder ob vielleicht besser eine 
abwartende Stellung eingenommen werden soll Es müsse im letzteren allerdings 
damit gerechnet werden, dass die Interessen der PGAG vollständig unbeachtet 
geblieben sind, und dass (...) die Pfalgjegliche Bedingungen schlucken müsse. Des¬ 
halb sei es vielleicht besser; sich an der Frage der Gasfernversorgung aktiver gu 
beteiligen und es müsse versucht werden, dass die PGAG gu weiteren Verhandlun¬ 
gen gugegogen wird“223 
991 
Landauer Anzeiger vorn 13.6.1928: Um die Ferngasversorgung in Süddeutschland 
222 LA Speyer H 3/7709: Bericht über den Stand der Gasfernversorgung in der Pfalz; 
Neue Pfälzische Landesztg. vom 21.12.1929: Interessenpolidk in der Ferngasversor¬ 
gung; Rothenberger (1995), S. 53 
223 LA Speyer H 3/7706 II: Sitzung der PGAG vom 17.12.1929; auch: Pfälzische 
Rundschau vom 19.6.1930: Probleme der Ferngasversorgung; Südwestdeutsche Wirt- 
schafts-Ztg. vom 20.6.1930: Zur Frage der Ferngasversorgung in der Pfalz; GWF, 73. 
Jg. (1930), Heft 20, S. 484 
323
	        
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