Full text: Das Saarland im doppelten Strukturwandel 1956 - 1970

Stimmen- und Sitzverteilung bei der Kommunalwahl 1956 
Stimmenverteilung in % 
Sitzverteilung 
0,5 
836 
119 
□ CDU Q CVP Ü SPD | DPS ■ Freie WG 
Lesebeispiel: Die CDU errang mit 27,8% der gültigen Stimmen 1696 Mandate. (Berücksichtigt wurden nur 
Stimmen und Sitze bei der Gemeinderatswahl.) Quelle: Stat. Amt d. Saarl. (Hg.), Die Wahlen im Saarland 
am 4. Dezember I960, Saarbrücken 1961 (= SiZ, Sonderh. 17). 
früher - die Stadt Saarbrücken, wo sie einen sensationell anmutenden Anteil von ca. 
41% der gültigen Stimmen erreichen konnte. Ansonsten jedoch schwankten ihre 
Ergebnisse um 20% bzw. lagen knapp darunter, mit Ausnahme des Kreises St. 
Wendel, wo sie mit 13,4% schlecht abschnitt. 
Ein Blick auf die von den Parteien errungenen Gemeinderatssitze offenbart jedoch 
eine völlig andere Sichtweise. Aufgrund der Besonderheiten bei Kommunalwahlen 
im Saarland ' ist der Wahlausgang aus Sicht der CDU als geradezu erdrutschartiger 
Wahlsieg zu bezeichnen. Bei einem Anteil von ca. 27% der gültigen Stimmen errang 
die CDU knapp 39% der zu vergebenden Gemeinderatssitze. Danach verfügte die 
CDU mit landesweit 1696 gewählten Kommunalpolitikern über annähernd jeweils 
doppelt so viele Vertreter w'ie DPS (890), CVP (836) oder SPD (829). Zusätzlich 
erreichte die CDU damit in allen Kreisen außer Saarbrücken-Stadt und -Land (teil- 
" Das Saarland verfügte damals über eine sehr große Zahl von teilweise recht kleinen Gemeinden, denen 
nur wenige mittlere Städte und nur eine Großstadt gegenüberstanden. Da unabhängig von der Größe jede 
Gemeinde über eine gewisse Mindestzahl von Gemeinderatsmitgliedem verfügte und andererseits die 
Größe der Räte nicht proportional mit der Einwohnerzahl anstieg, stammte der weit überwiegende Anteil 
der zu vergebenden politischen Ämter aus kleineren Gemeinden. Umgekehrt konnten also Parteien wie 
z.B. die DPS, aber auch die CVP, die in der Stadt Saarbrücken sowohl absolut wie relativ gute Erfolge 
erzielten, bei der Zahl der insgesamt im Saarland errungenen Mandate nicht im selben Maße profitieren. 
Dieser Effekt hatte sich bereits bei den Kommunalwahlen im Jahr 1949 ausgewirkt, damals jedoch 
eindeutig zugunsten der CVP, vgl. hierzu: Stat. Amt d. Saarl. (Hg.), Die Gemeinderatswahl am 27. März 
1949, Saarbrücken 1952 (= Einzels, z. Stat. d. Saarl. 6), bes. S. 27ff. 
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