Full text: Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

Zusainmenfassend kann man feststellen, daß sich die Auffassung von Bernhard 
Metz als richtig erwiesen hat, also Ringelstein im 12. Jahrhundert Eigentum des 
Straßburger Bischofs war, der sie an das edelfreie Geschlecht verlehnt hatte, das 
sich nach dieser Burg benannte und als dessen einzigen Vertreter wir jenen Anselm 
von Ringelstein kennen. Im ersten Viertel des 13. Jahrhunderts war die Burg an 
Burchard von Geroltseck und Ludwig von Lichtenberg verlehnt, bis sie 1228 als 
Pfand an Simon von Leiningen kam. 1239 fiel sie auf Grund vertraglicher Rege¬ 
lungen wieder an das Bistum zurück. In dagsburgischem Besitz war also 
Ringelstein strenggenommen nicht, wenn man von den elf Jahren zwischen 1228 
und 1239 absieht, in denen sie im Besitz der Leininger, der Rechtsnachfolger im 
dagsburgischen Namen, war. 
4. Laienabbatiate, Vogteien und Patronate 
Altorf/Altdorf 
(F, Dep. Bas-Rhin, Arr. Molsheim, Cant. Molsheim) 
Das Kloster Altdorf wurde in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts angeblich von 
Graf Eberhard III. auf seinem Altdorfer Eigengut gestiftet, wie wir aus einer 
wahrscheinlich gefälschten Bulle Papst Leos IX. vom 29. November 1049 für 
Altdorf erfahren930 931. In den Zeiten des Eigenkirchenwesens kann man es wohl als 
selbstverständlich ansehen, daß die Stifterfamilie auch die Vogtei über ihr Eigen¬ 
kloster innehatte932. Urkundliche Belege dafür, daß die Vogteirechte im Besitz 
dieser Familie waren, lassen sich hingegen erst im 12. Jahrhundert finden. Der erste 
Nachweis stammt vom Jahre 1103. In einer Schenkungsurkunde des Presbyters 
Vocco für das Altdorfer Kloster aus diesem Jahr ist der noch unmündige Hugo VII. 
von Dagsburg in seiner Funktion als Vogt von Altdorf tätig: Hugone comite adhuc 
Übertragung des Erbes der Markgrafen von Baden auf den Straßburger Bischof vom 
Dezember 1226, Original in Strasbourg, AD BR, G 41, n° 2, abgedruckt bei Grandidiol 
Œuvres, 3. Bd., Nr. 291, S. 302 f., vgl. RegBfeStr. II, Nr. 923, S. 45; - 
Übertragungsurkunde der Andlauer Äbtissin an den Straßburger Bischof vom 4. März 
1227, abgedruckt bei Schöpflin, Alsatia diplomatica I, S. 360, vgl. RegBfeStr. II, Nr. 
924, S. 45 f.; - Vertrag des Straßburger Bischofs mit dem Abt von Haute-Seille vom 
Januar 1228, abgedruckt bei Grandidier, Œuvres, 3. Bd., Nr. 302, S. 309 f., vgl. 
RegBfeStr. II, Nr. 930, S. 47. 
930 Vgl. die Vereinbarung Alberts II. mit Herzog Heinrich von Brabant, im Anhang, 
Urkunde Nr. 13. 
931 Drucke bei Sattler, Altdorf, Nr. 3, S. 249 f., bei Schöpflin, Alsatia diplomatica, 1. Bd., 
Nr. 208, S. 164 f., u. bei Grandidier, Histoire 1,2, Nr. 407, S. 255 f.; vgl. dazu Notitiae 
Altorfenses, MGH SS XV,2, Nr. 2, S. 993; zur Stiftung siehe oben S. 187 ff., und zum 
egisheimischen Allod in Altdorf siehe oben in dem Kap. 'Besitzungen' den Art. ’Altdorf' 
932 Zum Eigenkirchenwesen vgl. Tellenbach, Libertas, passim; zum Wandel des 
Eigenkirchenwesens siehe Landau, Jus patronatus, passim; für die Praxis im 12. u. 13 
Jahrhundert vgl. dazu A. C. SCHLUNK, Königsmacht und Krongut. Die Machtgrundlage 
des deutschen Königtums im 13. Jahrhundert - und eine neue historische Methode, 
Stuttgart 1988, S. 141 f„ Anm. 139 u. S. 147, 
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