Full text: Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

1196 anwesend gewesen864. Die durch diese Behauptung implizierte Folgerung, 
Albert II. habe den Erbreichsplan des Kaisers, der das Königtum im Reich erblich 
machen sollte, ebenso wie sein Metzer Lehensherr, Bischof Bertram, unterstützt, ist 
allerdings aus der Luft gegriffen, denn entgegen Krügers Behauptung läßt sich aus 
den überlieferten Quellen eben keine Anwesenheit des Dagsburger Grafen in 
Würzburg nachweisen. Krüger gibt als Belege für seine Behauptung die Regesten 
501a und 502 in dem von Gerhard Baaken zusammengestellten Regestenwerk zu 
Heinrich VI. an865. Das Regest 502 bezieht sich auf die am 9. April 1196 in 
Würzburg ausgestellte Urkunde Heinrichs VI. für die erzbischöfliche Kirche in 
Magdeburg. Weder im Original866 noch in sämtlichen Drucken des kaiserlichen 
Diploms867, noch in den von Krüger als Belege angeführten Regesten bei Baaken 
taucht der Metzer Hochvogt Albert II. von Dagsburg unter den Zeugen auf. Zudem 
gibt die Urkunde keinerlei Hinweis auf eine eventuelle Anwesenheit des Grafen 
Albert II. zu der fraglichen Zeit in Würzburg. Sehr wohl aber ist die dortige 
Anwesenheit von Bischof Bertram von Metz bezeugt, denn dieser erscheint in der 
Zeugenreihe der genannten Urkunde vom 9. April868. Ebensowenig erwähnen die 
bei Baaken in Regest 501a zum Hof tag von Würzburg genannten Quellen den 
Metzer Hochvogt und lassen somit keine Rückschlüsse auf dessen Anwesenheit 
erkennen869. 
864 So schreibt H.-J. Krüger, Zur Politik Heinrichs VI. in Oberlothringen, in: RheinVjbll. 
39, 1975, S. 61: „Bei den Verhandlungen Heinrichs VI. mit den deutschen Fürsten über 
den Erbreichsplan hat Bertram, der mit seinem Hochvogt Graf Albert als einzige Große 
Oberlothringens erschienen war, die Absichten des Herrschers offenbar unterstützt“. 
865 Ebda., S. 61, Anm. 8. 
866 Original in Magdeburg, Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt, Rep. 111, Tit. I, Nr. 84a. - 
Regest: Böhmer-Baaken, Nr. 502, S. 204. Die vollständige Zeugenreihe des Diploms 
lautet: Hertwicus Bremensis archiepiscopus, Otto Babembergensis episcopus, Rudolfus 
Verdensis episcopus, Bertranunus Metlensis episcopus, Bertholdus Cicensis episcopus, 
Helemberlus Havelembergensis episcopus, Heinricus abbas Fuldensis, Heinricus 
palatinus comes Reni, Ludewicus dux Bawarie, Bernardus dux Saxonie, Bertoldus de 
Zeringen, Hermannus lantgravius Thuringie, Bertoldus dux Meranie, Otto marchio de 
Brandemburc, Conradus marchio de Landesberg, Givehardus burcgravius 
Magdeburgensis, Rubertus de Durne, Gardolfus de Hamederesleve. 
867 J. P. DE Ludewig, Reliquiae manuscriptorum omnis aevi diplomatarum ac 
monumentorum ineditorum adhuc, Tom 11, Halae Salicae 1737, Nr. 54, S. 589-592, 
Sagittarius, Historiae archiepiscopatus Magdeburgensis, lib. IV, in: F. E. Boysen, 
Allgemeines historisches Magazin, Zweites Stück, Halle 1767, S. 1-136, hier S. 83 ff.; 
H. Bresslau, Diplomata centum in usum scholarum diplomaticarum edidit et 
annotationibus illustravit, Berolini 1872, Nr. 49, S. 70 f. 
868 Siehe oben, Anm. 866. 
869 Böhmer-Baaken, Nr. 501a. Annales Marbacenses, ad 1196, S. 68: Anno Domini 
MCXCV1. Imperator habuit curiam Herbipolis circa medium quadragesitnam, in qua 
plurimi signum dominice crucis acceperunt. Ad eandem curiam imperator novum et 
inauditum decretum Romano regno voluit cutn principibus confinnare, ut in Romanum 
regnum, sicut in Francie vel ceteris regnis, iure hereditario reges sibi succederunt et 
sigillis suis confirmaverunt. - Chronica Reinhardsbrunnensis, ed. O. Holder-Egger, 
MGH SS XXX, 1, ad 1197, S. 556: Proinde hii qui aderant, timentes suis possessionibus 
emancipari, interlocutoriam quesivere dilacionem, ei se promissione dedentes, ut in 
curia apud Herbipolim proxime celebranda universitati principum eandem imperatoris 
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