Full text: Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim

angeführt. Letztere war eine Zeitlang im Visier Friedrich Barbarossas723, jedoch 
waren die Bemühungen des Staufers nicht von Erfolg gekrönt, und der Dagsburger 
konnte auch hier seine Position behaupten, wie uns eine Urkunde Hugos VIII. aus 
dem Jahre 1177 belegt, in der Hugo VIII. in der Funktion des Schutzvogtes für 
Salival amtierte724. Der alte, grundlegende territorialpolitische Gegensatz zwischen 
Staufern und Dagsburgern war beim Tode Hugos VIII., der ihn im Jahre 1178 
ereilte725, keineswegs aus der Welt, sondern weiterhin latent vorhanden, wie uns 
die Ereignisse nach dem Tod Kaiser Heinrichs VI. deutlich vor Augen führen726, 
die schließlich zu der letzten großen militärischen Eskalation zwischen beiden 
Familien den Anlaß gaben. 
8. Albert II. von Dagsburg 
Da Hugo IX. schon 1172 vor seinem Vater verstorben war, erbte sein jüngerer 
Bruder, Albert II., beim Tod Hugos VIII. im Jahre 1178 die weitläufigen und 
umfangreichen dagsburgischen Besitzungen und folgte seinem Vater auch in 
sämtlichen Grafschaften nach. Der Macht- und Besitzkomplex, den Hugo VIII. 
seinem Sohn hinterlassen hatte, war zwar groß, doch geographisch nicht ge¬ 
schlossen, was den Aufbau eines zusammenhängenden und homogenen 
Territoriums beträchtlich erschwerte. 
Einleitend läßt sich sagen, daß es unter Albert II. mit der Königswahl 1198 noch 
einmal zu einem politischen Höhepunkt in der Politik der Dagsburger Grafen 
kommen, aber auch zu einer erneuten militärischen Eskalation des Kampfes mit den 
Staufern im Elsaß führen sollte, der für den Grafen letztlich ungünsüg ausging727. 
Es hat auch den Anschein, daß der Aktionskreis Alberts II. sich mehr in den ober¬ 
und niederlothringischen Raum verschoben hat. Zu dieser Schwerpunktverlagerung 
hat sicher der bedeutende Machtzuwachs durch den Hinzugewinn der Grafschaft 
Metz während der Zeit Hugos VIII. beigetragen. In Niederlothringen konnte man 
schon ein verstärktes Engagement Hugos VIII. erkennen, das sich unter seinem 
Sohn fortsetzte. Jedoch auch hier fanden die Dagsburger in den Staufern 
territorialpolitische Konkurrenten, gerade wenn man sich die weitausgreifenden 
Pläne Barbarossas hinsichtlich der Umwandlung der Grafschaft Namur in eine 
Markgrafschaft vergegenwärtigt728. 
723 Siehe dazu oben, S. 270. 
724 Original in Nancy, AD M-et-M, B 481, Nr. 46, siehe im Anhang, Urkunde Nr. 4; vgl. 
ebenso die undatierte Urkunde Hugos VIII. für Salival (Nancy, AD M-et-M, B 481, Nr. 
40), siehe im Anhang, Urkunde Nr. 5. 
725 Zum Todesjahr Hugos VIII. siehe oben, S. 96. 
726 In dieser Weise auch Vollmer, Reichs- und Territorialpolitik, S. 36. 
727 Siehe unten, S. 300-310. 
728 Zu der geplanten Umwandlung der Grafschaft Namur in eine Markgrafschaft siehe vor 
allem J.-L. Küpper, Friedrich Barbarossa im Maasgebiet, in: Friedrich Barbarossa. 
Handlungsspielräume und Wirkungsweisen des staufischen Kaisers, hrsg. v. A. 
Haverkamp (= VuF 40), Sigmaringen 1992, S. 225-240. 
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