Full text: Studien zur Geschichte der Grafen von Dagsburg-Egisheim (31)

lautet: Nach welchem Stil gibt der Interpolator bei Alberich von Troisfontaines den 
Jahresanfang wieder, nach welchem Stil Reiner von Lüttich? Bis zum Ende des 19. 
Jahrhunderts war man der Meinung, in der Lütticher Diözese herrsche ebenfalls der 
Osterstil vor. Erst durch die Forschungen von Edgar de Mameffe und Edouard 
Poncelet konnte bewiesen werden, daß während der Amtszeit des Lütticher 
Bischofs Hugo von Pierrepont in dessen Diözese überwiegend der Weihnachtsstil in 
Gebrauch war640. Während der Interpolator der Chronik Alberichs von 
Troisfontaines den Osterstil gebraucht641, stellt sich bei Reiner von Lüttich die 
Sachlage anders dar. Dieser benutzt für den uns interessierenden Zeitraum den 
Weihnachtsstil642. Daraus ergibt sich, daß Albert wohl zu Anfang des Jahres 1212 
verstarb. Es ist jedoch nicht auszuschließen, daß sein Tod noch in die Woche von 
Weihnachten bis zum 31 Dezember 1211 gefallen ist. 
Die Gemahlinnen Alberts II 
Albert II. war möglicherweise zweimal verheiratet, wir haben aber nur von einer 
Ehe sichere Kenntnis. Wir können lediglich auf Grund von Indizien, die am Ende 
dieses Kapitels diskutiert werden, von zwei Eheschließungen des Dagsburger 
Grafen ausgehen, dann wäre jedoch seine erste Gemahlin völlig im geschichtlichen 
Dunkel, und man könnte keinerlei Angaben zu ihrer Person machen. Nur über eine 
Gemahlin Alberts II kann man Aussagen treffen und eine genealogische 
Einordnung vornehmen. Sie wäre bei den zwei angenommenen Ehen des 
Dagsburger Grafen auf jeden Fall seine zweite Gemahlin. Diese entstammte dem 
Geschlecht der Markgrafen von Baden und war eine Tochter von Markgraf 
Hermann IV. Dies geht aus zwei Urkunden aus dem Jahre 1226 hervor, in der die 
aus ihrer Ehe mit Albert II. hervorgegangene Tochter Gertrud als Schwestertochter 
der Markgrafen Hermann und Heinrich von Baden, beide Söhne Hermanns IV., 
bezeichnet wird643. Der Name der Ehefrau Alberts II. wird seit Johann Daniel 
«o Siehe Poncelet, Actes, S. LXXXVI-XCI. 
641 So steht am Jahresanfang 1212 als erstes ein Ereignis vom 3. Mai 1212 (Albrici monachi 
Triumfontium Chronicon, MGH SS XXIII, S. 893). 
642 Besonders eindeutig kann man den Gebrauch des Weihnachtsstils bei Reiner für das Jahr 
1225 nachweisen. Reiner schreibt, der Mittwoch vor Palmsonntag sei in diesem Jahr der 
19. März gewesen: ... ingreditur 14. Kal. Aprilis feria 4. ante pascaßoridutn (Reineri 
annales, MGH SS XVI, ad 1225, S. 679). Diese Angabe bezieht sich eindeutig auf das 
Jahr 1225 (neuer Stil). Wurde Reiner den Osterstil benutzen, wäre das Jahr 1224 (neuer 
Stil) gemeint. In diesem Jahr war der Mittwoch vor Palmsonntag aber der 3. April. 
643 Urkunde der Brüder Hermann und Heinrich, Markgrafen von Baden, vom 2. November 
1226, Orginal in Strasbourg, AD BR, G 41, n° 1, Druck bei Grandidier, Œuvres, 3. 
Bd,, Nr. 292, S. 303 f.: ... ad nos ratione successionis per neptem nostram Gertrudim 
comitissam bone memorie filiam comitis Alberti de Tagisburc iure sive proprietario sive 
hereditario (Zitat nach dem Original). - Urkunde der Landgrafen Sigibert und Heinrich 
von Wörth vom Dezember 1226, Original in Strasbourg, AD BR, G 41, n° 2, Druck bei 
Grandidier, Œuvres, 3. Bd., Nr. 291, S. 302 f.: ... qualiter nobilibus viris Hermanno et 
Heinrico marchionibus de Baden coram nobis in iudicio publice constitutis super 
hereditate quadam filie sororis eorumdem comitisse videlicet de Tagesburc, quam ad se 
hereditario iure devolutam affirmabant (Zitat nach dem Original). 
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