Full text: Die Zisterzienserabtei Weiler-Bettnach (Villers-Bettnach) im Hoch- und Spätmittelalter

Gregor übertrug zwar Himmerod die Paternität30 31, die Bulle erwähnt jedoch keine 
älteren Weiler-Bettnacher Befugnisse. 
Gesichert sind hingegen Paternitätsrechte über die in der Diözese Worms gelegene 
Abtei Syon. Das 1230 erstmals genannte Kloster32 unterstellte Erzbischof Werner 
von Mainz zusammen mit drei weiteren Niederlassungen 1265 dem Abt von 
Eberbach33. Aber bereits 1277 agierte der Abt von Weiler-Bettnach ausdrücklich 
als Weisungsabt, nicht als dessen kommissarischer Vertreter34. Ob und wie lange er 
die daraus resultierenden Pflichten wahmahm, läßt sich nicht mit Bestimmtheit 
sagen. Mit der Absetzung einer Priorin, die die rechtmäßig gewählte Äbtissin 
verdrängen wollte, wurde bereits 1297 der Abt von Otterberg beauftragt35. Der 
Übergang der Befugnisse vom Eberbacher auf den Weiler-Bettnacher Abt könnte in 
Zusammenhang stehen mit der Weisung des Generalkapitels im Jahre 1271, 
wonach die Äbte von Weiler-Bettnach und Eußerthal das Gesuch Syons und des 
nicht identifizierten Klosters Spiritus Sanctus um Aufnahme in den Orden prüfen 
sollten36. Dies geschah sicherlich nach einer Visitation, die Abt Friedrich von 
Weiler-Bettnach nach Eußerthal führte. 
Von den Nonnenklöstern, die wie Löwenbrücken ebenfalls Himmerod 
unterstanden, war Machern das erste, in dem der Abt von Weiler-Bettnach aktiv 
wurde. Gemeinsam mit seinen Amtsbrüdem aus Wörschweiler und Baumgarten (?) 
wurde der aus Trier stammende Abt Petrus von Weiler-Bettnach 1238 vom 
Generalkapitel in die Abtei bei Bemkastel an der Mosel entsandt, um auf Bitte des 
Papstes die Voraussetzungen für deren Angliederung an den Zisterzienserorden zu 
überprüfen37. Zugleich wurde festgelegt, die Abtei solle bei einem positiven 
Entscheid Himmerod unterstellt werden. 
Im Luxemburger Kloster Differdange hatten die Äbte von Weiler-Bettnach wohl 
über längere Zeit das Recht zur Visitation inne. In einer Urkunde über einen 
Gütertausch mit Clairefontaine vom Juni 1289 siegelte der Abt in dieser 
30 MRUB III, S. 360 Nr. 459; POTTHAST Nr. 8958. 
3 * Empfänger der Urkunde war der Abt von Clairvaux, der Vaterabt Himmerods, demgegenüber der 
Papst das Aufgabenfeld umriß: ... quatenus ipsas per dilectum filium abbatem s. Hemmerode, 
Cistert. ordinis Trevirensis diocesis, facias bis annis singulis visitari, earum confessiones audiri ac 
penitentias salutares iniungi necnon in statutis regularibus informari iuxta eiusdem ordinis consti¬ 
tuta. In einer Liste der unmittelbar Clairvaux unterstellten Klöster aus dem 15. Jh. findet sich auch 
Pons Leonis (WINTER, Bd. III, S. 185 Nr. 67). 
32 WAGNER: Aufsichtsrecht, S. 170. Vgl. auch GLASSCHRÖDER, S. 202f. Nr. 308 u. 309, wonach 
Syon 1248 dem Zisterzienserorden angegliedert wurde. Nicht genannt wird Syon im "Liber 
computationum" der Abtei Eberbach aus der zweiten Hälfte des 15. Jh in einer Liste der Eberbach 
inkorporierten oder kommittierten Klöster; vgl. WAGNER: Kumbd, S. 76. 
33 ROSSEL, Bd. 11,1, Nr. 389; BÄR, Bd. 1, S. 155f. 
34 BÄR, S. 156. 
35 CANIVEZ III, S. 289 (1297,9). 
36 CANIVEZ III, S. 101 (1271,59). 
37 CANIVEZ II, S. 191 (1238,34); A. SCHNEIDER: Himmerod, S. 44. 
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