Full text: Die Zisterzienserabtei Weiler-Bettnach (Villers-Bettnach) im Hoch- und Spätmittelalter

Kloster in einer Stadt gesehen. Die Lage Pontiffroys in der Nähe eines der wichtig¬ 
sten Stadttore betrachtete man als Sicherheitsrisiko, da die Abtei nicht der städti¬ 
schen Gewalt unterstünde. Im gleichen Jahr wurden dem Hospital alle Pontiffroy 
zustehenden Einkünfte übertragen151. Es fällt auf, daß beide Urkunden zum weite¬ 
ren Schicksal der Klosterinsassen schweigen. Was immer die Abteien Weiler-Bett- 
nach und Pontiffroy im einzelnen getan haben, den städtischen Maßnahmen entge¬ 
genzuwirken, widerspruchslos nahmen sie die Entscheidung nicht hin. Im Januar 
1331 oder 1332 richtete Kardinal Franzipani, der Protektor des Zisterzienserordens 
an der Kurie in Avignon152, ein Schreiben an die Stadt Metz mit der Bitte, ihren 
Beschluß zu revidieren153. Was er bewirkte und wie die Auseinandersetzung en¬ 
dete, bleibt offen. Dafür, daß die Auflösung von Pontiffroy und die Eingliederung 
in das Hospital St.-Nicolas nicht völlig inhaltsleer waren, spricht die spätere Eintra¬ 
gung der Metzer Urkunden ins Chartular von St.-Nicolas. 
Bei der Behandlung der Kontakte zwischen Weiler-Bettnach und Pontiffroy kommt 
man nicht umhin, noch einmal kurz auf das in Metz eingerichtete Partikularstudium 
einzugehen. Wie bereits erwähnt unterstand es von Beginn an dem Abt von Mori- 
mond. Eine angebliche Gründung 1324 kann man ausschließen154; die maßgebende 
Entscheidung traf das Generalkapitel des Ordens 1332155. In seiner berühmten Re¬ 
formbulle "Fulgens sicut Stella Matutina" ging Benedikt XII. auch auf die Studien¬ 
häuser ein. Zu Metz heißt es darin: Metis quoque sit particulare Studium in scientiis 
primitivis, ubi etiam domus pro Alemannis per generationem supradicti monasterii 
Morimundi ematur, quantum generatio ipsa in Alemanniam se extendit... sed Ale- 
manni dirigantur ad Studium Metense pro dictis scientiis primitivis; ad quod qui- 
dem Metense Studium nullus de generatione Claraevallis mittatur invitus156. Wie 
lange das Kolleg existierte, wie es frequentiert war und wer tatsächlich Scholaren 
nach Metz sandte, läßt sich nicht mehr ermitteln157. Sicher ist, daß Weiler-Bettnach 
keinen rechtlichen Zugriff auf das Studienhaus besaß. 
151 Ebd., S. 63. 
IS? . v 
Vgl. LEKAI: Geschichte, S. 36f., zu den Ämtern des Generalprokurators und des Kardinalprotek¬ 
tors. 
153 ADM 18 J 323. 
154 ARNOLD, S. 33, ohne Nachweis. Das Generalkapitel beschäftigte sich 1324 lediglich mit dem 
Kolleg in Toulouse: CANIVEZIII, S. 367 (1324,4). 
155 CANIVEZ III, S. 399 (1332,7). 
156 CANIVEZ III, S. 410-436, hier § 31; NOMASTICON CISTERCIENSE, S. 473-495. LEKAI: Ge¬ 
schichte, S. 180, spricht fälschlich davon, Benedikt habe das Kolleg in Metz "ftlr die deutsche Or¬ 
densjugend der Linie Morimond eröffnet". Zum Stellenwert und zur Entwicklung des Studiums in¬ 
nerhalb des Zisterzienserordens vgl. R. SCHNEIDER: Studium und DERS.: Tendenzen. 
157 Untersuchungen Uber Pontiffroy fehlen. Auch Bender ging nur sporadisch auf die Abtei ein und 
rechtfertigte die Nichtberücksichtigung mit der Überlieferungslage und der geringen Bedeutung 
derZisterze (BENDER, S. 10). 
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