Full text: Die Zisterzienserabtei Weiler-Bettnach (Villers-Bettnach) im Hoch- und Spätmittelalter

dorthin zurückgeschickt worden. Bei seiner Ankunft verweigerten ihm Abt und 
Konvent trotz der Strafandrohung ihres Ordensoberen die Wiederaufnahme. Der 
Vaterabt sollte sich nun über die Zusammenhänge informieren und erneut in Eu¬ 
ßerthal auf die Befolgung der Weisung aus Citeaux drängen. Wie in nahezu allen 
Fällen, die einzelne Klöster betreffen, schweigen die Statuten über den Fortgang 
der Ereignisse. 
Da sich für Eußerthal keine Visitationen nachweisen lassen, die bei der verhältnis¬ 
mäßig geringen Entfernung zu Weiler-Bettnach aber zweifellos stattgefunden ha¬ 
ben, vermitteln die Quellen ein äußerst lückenhaftes Bild. Der Grund hierfür liegt 
in der Qualität des Eußerthaler Urkundenbestandes begründet; sonstige Quellen 
sind praktisch nicht vorhanden86. Immer wieder fielen Teile des Klosterarchivs 
kriegerischen Auseinandersetzungen, Plünderungen und Brandkatastrophen zum 
Opfer87. Wie bei Viktring wurden Visitationsprotokolle sicherlich im eigenen Be¬ 
stand und nicht etwa - auch nicht abschriftlich - dem des Mutterklosters verwahrt. 
Kontakte zwischen Eußerthal und dem dritten Tochterkloster Weiler-Bettnachs, 
dem bei Homburg gelegenen Wörschweiler, hat es häufiger gegeben. Bei der nach¬ 
barschaftlichen Lage verwundert dies nicht, allerdings könnte etwa Mitte des 14. 
Jh. ein Einschnitt erfolgt sein88. 
c) Wörschweiler 
Das dritte Tochterkloster von Weiler-Bettnach, das ehemals in der Diözese Metz, 
heute im Bistum Speyer gelegene Wörschweiler, bildete eine Brücke zwischen 
Lothringen und dem pfälzischen Eußerthal. Die Besonderheit seiner Geschichte be¬ 
steht darin, daß es zunächst für vier Jahrzehnte Benediktinermönche beherbergte, 
ehe Zisterzienser es übernahmen89. Vor 1131 gründeten Graf Friedrich von Sarre- 
werden/Saarwerden und seine Frau Gertrud auf Eigengut ein Benediktinerpriorat, 
das in der Folgezeit dem Abt von Hornbach unterstand90. Die klosterinteme Über¬ 
lieferung vermittelt den Eindruck, die Lebensführung der Benediktiner habe zu 
wünschen übriggelassen, was die Grafen von Sarrewerden als Stifterfamilie auf den 
Plan rief91. Die wahre Ursache der Bemühungen Ludwigs des Älteren und Ludwigs 
des Jüngeren dürfte aber eher in der schwierigen Vogteifrage zu suchen sein. Die 
von den Grafen von Saarbrücken über Hombach ausgeübte Vogteigewalt, die sich 
86 SCHERER, S. 14f. 
87 SCHERER, S. 15f. 
88 Vgl. im Register von NEUBAUER s.v. Eußerthal. 
89 Vgl. zur allgemeinen Geschichte v.a. NEUBAUER und HERRMANN: Gründung. 
90 NEUBAUER, S. 86 Nr. 1; HERRMANN: Saarwerden, S. 74 Nr. 44. Zur Gründungsgeschichte von 
Wörschweiler s. NEUBAUER, S. llf., und die verschiedenen Traditionen ebd., S. 411-418, die 
auch teilweise die Umstände der Übernahme durch die Zisterzienser behandeln. 1131 erfolgte die 
Weihe der Klosterkirche. HERRMANN: Gründung, S. 10, weist zu Recht daraufhin, daß die Stif¬ 
tung einige Jahre zuvor stattgefunden haben muß. 
91 NEUBAUER, S. 86f. Nr. 3; HERRMANN: Saarwerden, S. 76f. Nr. 52 und 54. 
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