Full text: Die Zisterzienserabtei Weiler-Bettnach (Villers-Bettnach) im Hoch- und Spätmittelalter

aktiv geworden. Der Obercellerar von Weiler-Bettnach 47 empfing aus den Händen 
Peters dessen Schenkung. Auf einen Klosterhof in Rurange weist 1303 eine Urkun¬ 
de des Ritters Johann von Distroff (Tiekestor) hin. Er erklärte, an den Metzer Bür¬ 
ger Johann, genannt Ansei, zwei Wagenladungen Heu verkauft zu haben, die er 
jährlich von der Abtei en lor graingre de dans Ruerranges bezog 48. Der Ritter Jo¬ 
hann, Herr von Distroff (Thiekestorf), trat 1311 erneut in Erscheinung, als er mit 
Zustimmung seiner Frau und anderer Familienmitglieder zum eigenen Seelenheil, 
dem seiner Eltern und seiner Vorfahren der Abtei einen Zins von 20 s. schenkte. 
Der auf seinem Allod in Ruedrekanges sus Moselle lastende Betrag mußte vom In¬ 
haber des Gutes Weiler-Bettnach ou a lour commandemant abgeliefert werden 49. 
Der Ritter Gilles von Rodemack (Rodemaccres) beurkundete 1316, daß Loretta, die 
Witwe des Eray de Wevre, ihr Allod in Ay/Metzeresche und Rudere anges dem 
Kloster überlassen habe50. Mit der Verpachtung des Klosterhofes brechen die 
Nachrichten über Schenkungen im Ort vollkommen ab. Aus dem Jahre 1440 liegt 
noch ein Gerichtsurteil vor, das Georg von Rollingen, Herr zu Siebenbom und 
Dagstuhl51, Prévôt von Thionville, fällte. Demnach stand Weiler-Bettnach das 
Recht zu, in Rurange einen Meier einzusetzen 52. Trotz der Verpachtung der Gran- 
gie und Verwüstungen durch Soldaten, die vor 1509 stattgefunden haben müs¬ 
sen 53, verfügte die Abtei noch am Ausgang des 17. Jh. über zwei Höfe, deren Ge¬ 
bäude jedoch verfallen waren 54. 1741 wird schließlich nur noch ein Hof er¬ 
wähnt 55. 
47 Zwei Piblange betreffende Urkunden (B.N., Coli. Lorr. 976 Nr. 51 u. 52; ADM H 1714, fol. 337r-v 
u. 339v-340v) vom 13. April 1300 führen als Obercellerar Pontius an. 
48 B.N., Coli. Lorr. 976 Nr. 54 [1303 III 17]. Zu der Grangie vgl. Kap. VI. 
49 B.N., Coli. Lorr. 976 Nr. 59; ADM H 1714, fol, 354v-355v [1311 III]. 
50 B.N., Coli. Lorr. 976 Nr. 60; ADM H 1714, fol. 346r-v [1316 1]. 
51 Vgl. die genealogische Tafel der Rollinger Küche in GESCHICHTLICHE LANDESKUNDE, S. 
381. 
52ADM 18 J 118. 
55 Johannes, der Herr von Luttange, befreite deswegen am 9. Januar 1509 den pagus Roringa bei der 
Mosel und den Weiler-Bettnacher Abt Thomas von Luxemburg als Lehensherr für Güter in Ruran¬ 
ge von der Abgabe von 30 Groschen; ADM H 1714, fol. 443r-444r. 
54ADMH 1758, fol. 13r [1692]. 
55 ADM H 1757 Nr. 22, S. 26 Art. 37 [1741 IV 2]. 
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