Full text: Die Zisterzienserabtei Weiler-Bettnach (Villers-Bettnach) im Hoch- und Spätmittelalter

lothringischen Rechte in Crusnes resultierten aber wohl erst aus einer Schenkung 
Graf Heinrichs des Blonden von Luxemburg an Herzog Friedrich III. aus dem Jahre 
1255. Der Luxemburger übertrug sein Eigentum in elf Orten, darunter Crusnes, sei¬ 
nem Neffen l7. Im Jahre 1279 einigte sich Friedrich mit Weiler-Bettnach dergestalt, 
daß die Abtei die Hälfte der Güter in den Orten Crusnes (Crune), Aumetz (Daumes) 
und Élange (Herfelanges)18 mitsamt dem großen und kleinen Zehnten haben sol¬ 
le 19. Möglicherweise hatte Weiler-Bettnach die Güter in Aumetz und Crusnes 
gleich dem Prévôt von Longwy, Jakennon Dames [- d'Aumetz], zu Lehen aufge¬ 
tragen, denn er betonte 1280, ihm stehe hier lediglich der Nießbrauch zu20. Es ist 
auffällig, daß Weiler-Bettnacher Güter in Crusnes erst so spät bezeugt sind, wäh¬ 
rend im unmittelbar benachbarten Bréhain-la-Cour schon Mitte des 12. Jh. ein um¬ 
fangreicher Besitzkomplex existierte und mit der Errichtung der dortigen Grangie 
früh ein Zentrum für die Klosterwirtschaft der Umgebung geschaffen wurde. Mitte 
des 14. Jh. beschäftigten sich mehrere Urkunden mit dem Patronatsrecht des Abtes 
von Weiler-Bettnach in Bréhain bzw. Crusnes, wobei es zu Differenzen um den 
Pfarrsitz kam, die letztlich - bei der Bedeutung beider Orte überraschend - zugun¬ 
sten von Crusnes entschieden wurden21. Die Abtei bewahrte das Kollaturrecht bis 
ins 18. Jh.22. Auch Güterbesitz und ein Drittel des Zehnten konnte Weiler-Bettnach 
noch 1741 für sich beanspruchen. 
17 B.N., Coli. Lorr. 211 Nr. 12; B.N., Coli. Lorr. 719, fol. 92; ADMM B 590 Nr. 75 [1255 X 1]; ge¬ 
druckt bei DE WAILLY, S. 45 Nr. 44. 
1 X 
0 Gde. Volmerange-les-Mines, Ktn. Cattenom. 
19ADMH 1714, fol. 209r-v [1279 II 7]. 
20 ADM H 1723 Nr. 2 [1280 X 19]; ADM H 1714, fol. 125v-126r. Die Abschrift im Chartular hat die 
Datierung le Samedi apres la Saint Luc Ewangeliste on Mois de Decembre, was mit der gemeinhin 
üblichen Feier des Lukastages am 18. Oktober kollidiert. Es handelt sich dabei um eine falsche Le¬ 
sung der in der Ausfertigung benutzten Bezeichnung Dotambre für Oktober. 
? 1 
Vgl. hierzu die Ausführungen zu Br6hain-la-Cour. 
22 ADM H 1757 Nr. 22, S. 36-38 Art. 56 (s.v. Br6hain-la-Cour) [1741 IV 2]. Damit verbunden war 
die Instandhaltungspflicht für die Pfarrkirchen in Crusnes und Tiercelet. Vgl. auch zum Jahre 
1570: ARCHIDIACONATUS, S. 42f.; PAULY: Landkapitel, S. 321; PAULY: Siedlung, S. 264f. 
und S. 445. 
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