Volltext: Die Zisterzienserabtei Weiler-Bettnach (Villers-Bettnach) im Hoch- und Spätmittelalter

Beginn an dieses Stils bedient haben17. Somit wird man wohl das Datum in den 1. 
Januar 1133 nach unserer Zeitrechnung korrigieren müssen. 
Es bleibt schließlich die Frage zu erörtern, was an diesem Tag geschah: Baubeginn 
oder Auszug aus dem Mutterkloster, Benediktion der Kirche oder Einsetzung eines 
Abtes? Grillnberger nennt mehr als ein Dutzend verschiedener Kriterien18. Ent¬ 
scheidend sind aber Jahr und Tag, "an denen der conventus formatus, d.h. zwölf 
Brüder mit dem Abte, oder wenn einige Mitglieder desselben vorausgeschickt 
worden waren, der ihn ergänzende Teil in das vollendete oder wenigstens die zur 
Beobachtung der Regel nötigen Gebäude zählende, mit den für den Gottesdienst 
erforderlichen Büchern versehene und auch sonst hinreichend ausgestattete Kloster 
feierlich eingeführt wurde..., was meistens unmittelbar nach seiner Ankunft ge¬ 
schah"19. Es ist durchaus denkbar, daß man in Weiler-Bettnach fälschlich den 
Baubeginn als Datierungsgrundlage aufgriff, wie es vereinzelt in der Literatur 
anklingt. Der Abtei hätte dies den Vorteil gebracht, ein höheres Alter geltend ma¬ 
chen zu können. 
Für die Datierungsfrage ohne Belang sind die frühen Besitzbestätigungen für 
Weiler-Bettnach, allen voran diejenige Bischof Stephans von 1 137 20. Weder die in 
ihr noch in der zweiten von 1146 21 zahlreich genannten Schenkgeber und Zeugen 
lassen sich zeitlich so präzise einordnen, daß man zu einem eindeutigen Grün¬ 
dungsdatum gelangen könnte22. 
2. Die Grundausstattung 
Gleichwohl ist die Urkunde von 1137 die wichtigste Quelle für die Entstehungs¬ 
und früheste Besitzgeschichte von Weiler-Bettnach. Ein älteres Zeugnis könnte ein 
Schreiben an J.-B. Kaiser beinhalten, dem von einem unbekannten Absender ein 
Regest mitgeteilt wurde, dem eine Urkunde vom 4. April 1137 zugrunde liegen 
soll23. Demzufolge gaben Herzog Simon (I.), seine Frau Aleidis und seine Ratgeber 
Matthäus und Balduin durch die Hand Wirichs und seines Sohnes Theoderich dem 
Kloster Freistroff eine Manse, wofür sie im Gegenzug eine andere erhielten, die 
17 Bis zur Amtszeit Bischof Bertrams (1180-1212) trifft man in Urkunden des iothr. Landes bisweilen 
auch auf den Weihnachtsstil, nirgends aber auf einen Jahresbeginn zum 1. Januar. Zur Verwendung 
des Weihnachtsstils vgl. MAROT. 
18 GRILLNBERGER, S. 18 u. 30. 
19 Ebd., S. 18. 
20ADM H 1755 Nr. 1; Drucke: HMB III, Preuves, S. 111-113; ACTES 2,I,B, S. 89-92 Nr. 40. 
21 ADM H 1714, fol. 138r-144r; gedruckt in ACTES 2,I,B, S. 145-151 Nr. 66. 
22 Die von Parisse in ACTES 2,I,B, S 91 Anm. 9, mit 1126-31 angegebene Amtszeit Abt Walchers 
(= Gaucher) von Morimond bedarf der Korrektur. Er verstarb am 6. Januar 1138. 
23 ADM 18 J 313. Eine angebliche Signatur B 2952-2 ließ sich nicht verifizieren. Weder im Weiler- 
Bettnacher noch im Freistroffer Bestand ist das Stück zu finden.
	        

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