Full text: Die Zisterzienserabtei Weiler-Bettnach (Villers-Bettnach) im Hoch- und Spätmittelalter

Generalkapitel des Ordens 1157 deutlich machen, daß es nicht erlaubt sei, Mühlen 
und anderen verbotenen Besitz jemandem auf Lebenszeit zu überlassen, denn wenn 
er nach dessen Tod wieder an das Kloster zurückfalle, handele es sich schließlich 
nicht um einen Verkauf, sondern um eine - nicht erlaubte - Verpachtung52. Den 
Abteien war es folglich nicht untersagt, Mühlenschenkungen anzunehmen, doch 
mußten die Gebäude gleich wieder veräußert werden. Ohne auf die sich wandelnde 
Haltung des Ordens zum Mühlenbesitz im einzelnen einzugehen53, sei auf einen 
wichtigen Einschnitt verwiesen, den die in Citeaux versammelten Äbte 1214 oder 
1215 Vornahmen, als sie u.a. auch für den Erwerb von Mühlen die Bestimmungen 
lockerten54. Er blieb zwar prinzipiell verboten, es sei denn, es handelte sich um ei¬ 
ne feierliche Schenkung eines Almosens (in puram eleemosynam et solemnem do¬ 
nationem). Die Nutzung sollte dann jedoch nicht propriis manibus et sumptibus er¬ 
folgen, sondern die Mühle verpachtet werden. Den Grundsatzcharakter dieser Ent¬ 
scheidung unterstreichen die drakonischen Strafen: Dem Abt, der dagegen verstieß, 
drohte die Absetzung durch den Vaterabt, seinen Ratgebern die Ausweisung aus 
dem Kloster ohne Hoffhung auf eine Rückkehr. Der Endpunkt der ordensintemen 
Entwicklung war schließlich 1278 erreicht, als das Generalkapitel den uneinge¬ 
schränkten Gütererwerb erlaubte, sofern er nicht gegen das Recht anderer ver 
stieß55. 
Überblickt man die Hinweise auf Mühlen, die Weiler-Bettnach gehörten oder an 
denen die Abtei zumindest partizipierte, so ergibt sich sowohl zeitlich wie räumlich 
ein sehr disparates Bild. Eine räumliche Konzentration der Mühlen läßt sich nicht 
feststellen56, auch die auf den ersten Blick bei Villerupt und v.a. östlich der Abtei 
in Mehrzahl nachweisbaren Mühlen sind zu verschiedenen Zeiten belegt. Wenn¬ 
gleich das Urkundenmaterial sicherlich lückenhaft ist, verfolgte man in Weiler- 
Bettnach hinsichtlich der Mühlen allem Anschein nach keine systematische Er¬ 
werbsstrategie, wie dies für einige Klöster in Ostmitteleuropa (Zinna 1480 mit 14 
Wassermühlen, Neuenkamp und Obra)57, für Heilsbronn (20 Mühlen)58 oder auch 
für die Zisterze Fürstenfeld (mindestens 30 Mühlen Ende 15. Jh.)59 bezeugt ist. Mit 
Blick auf die Richtlinien des Ordens, insbesondere auf die 1214/15 beschlossene 
52 CANIVEZ I, S. 64 (1157,36). 
53 Eine ausführliche Analyse liegt nicht vor. Meist bleibt es bei Hinweisen im Zusammenhang der 
allgemeinen zisterziensischen Wirtschaftspraxis: RIBBE, S. 208; SCHICH, S. 233; LEKAI: Ge¬ 
schichte, S. 239; HOFFMANN: Entwicklung, S. 707; vgl. CANIVEZ VIII, S. 335, s.v. Molen¬ 
dinum. 
54 CANIVEZ I, S. 48 (1215,65); NOMASTICON CISTERCIENSE, S. 279f„ zitiert den vollständigen 
Beschluß entgegen Canivez mit dem Vorspann Anno ab Incarnatione Domini MCCXIV, statutum 
est in generali Capitulo ... 
55 CANIVEZ III, S. 175 (1278,3). 
56 Vgl. Karte 1. 
57 LEKAI: Geschichte, S. 239; SCHICH, S. 233. 
58 LEKAI: Geschichte, S. 239. 
59 WOLLENBERG, S. 305, weiterftihrend DERS.: Der Mühlenbesitz des Klosters Fürstenfeld, in: 
Amperland 21 (1985), S. 17-20. 
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