Full text: Die Zisterzienserabtei Weiler-Bettnach (Villers-Bettnach) im Hoch- und Spätmittelalter

ler-Bettnach überstand. Selbst die Einsetzung von Kommendataräbten seit 1614, 
die einen Teil der klösterlichen Einkünfte an ihre Person banden82, beließen dem 
Konvent unter der faktischen Leitung des Priors einen ausreichenden Handlungs¬ 
rahmen. Anläßlich der Versammlung der lothringischen Zisterzienseräbte in St.- 
Bénoît-en-Woëvre bezifferten 1737 die Äbte selbst den Umfang der jährlichen Er¬ 
träge ihres jeweiligen Klosters83. An der Spitze lag Beaupré mit 30.000 Livres, da¬ 
hinter rangierten Weiler-Bettnach mit 28.000 und Haute-Seille mit 22.000 Livres. 
Alle übrigen Klöster folgten in gehörigem Abstand84. Weiler-Bettnach verfügte 
somit spätestens im 18. Jh. über einen Grundstock, der die Übernahme des Kom- 
mendatarabbatiats durchaus lukrativ machte, falls die 1624 vorgenommene Halbie¬ 
rung in eine mensa abbatialis und eine mensa conventualis noch Bestand hatte85. 
Glaubt man dem Schreiber, der im 18. Jh. die finanziellen Verluste infolge verlo¬ 
rengegangener Rechtstitel auf 25.000 Livres taxierte, so verfügte Weiler-Bettnach 
selbst bei nur annäherndem Erreichen dieser Summe einst über die mit Abstand 
höchsten Einkünfte und damit den wertvollsten Güterbesitz aller lothringischen 
Zisterzen. 
82 Vgl. die Verpachtung der rentes et revenus de la manse Abbatialle für 20.600 Francs auf neun 
Jahre an den Metzer Bürger Nicolas Thouvenin: ADM H 1756 Nm. 6 und 8. 
83 ADMH 1787 Nr. 11 [1737 X 1]. 
84 Demnach bezogen St.-B6noit-en-WoCvre 15.000, Clairlieu 14.000 und Freistroff 10.700 Livres, 
andere Klöster erheblich weniger, so etwa Sturzeibronn lediglich 6.500 Livres. 
85 ADMH 1757 Nm. 2 und 3. 
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