Volltext: NS-Politik an der Saar unter Josef Bürckel

wahren Volksentscheid nicht gesprochen werden könne. Als Beweise einer Wahl¬ 
fälschung nannte er eine stattliche Reihe von Ungereimtheiten, räumte aber selbst 
ein, daß eine Beweisführung nicht mehr geleistet werden könne. Am bemerkens¬ 
wertesten scheint mir die Behauptung, es sei am 2. Dezember 1934 zwischen La- 
val und Ribbentrop zu einer Geheimabsprache bezüglich einer Garantie für Hitlers 
Erfolg bei der Saarabstimmung gekommen, ferner, es habe eine Übereinkunft im 
Völkerbund von Ende November 1934 zur Verschiebung des Plebiszits um zehn 
Jahre bestanden. Er berief sich dabei auf Andre Simone (J'accuse, o.O. 1940); 
doch auch Simone blieb den Beweis schuldig. Als mit seiner Überzeugung über¬ 
einstimmend, nannte Hirsch Jean Revire (Revue Hebdomadaire, XLIV, Vol. II,II) 
und die Publizistin, Elizabeth Wiskemann (Contemporary Review, CXLVII, 
297ff.). 
Die eigentliche "Wahl(ver)fälschung" dürfte daher in der Ausübung massiven 
Drucks durch die Deutsche Front auf die Abstimmenden bestanden haben, wobei 
das unterlassene Entgegenwirken durch die politisch Verantwortlichen, aber auch 
durch die Polizei oder das internationale Militär den Aktionen der Nazis Vorschub 
leistete. 
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