Full text: NS-Politik an der Saar unter Josef Bürckel

Das weitgefächerte Schulungsprogramm konnte Mitte 1935 im Saarland bereits in 
mehreren Städten, vor allem in Saarbrücken, in sogenannten Arbeitsdank-Kame¬ 
radschaftsheimen vorgenommen werden, Überbau der Mitgliedschaften bildeten 
die Arbeitsdank-Bezirke mit dem jeweiligen Bezirksobmann an der Spitze. Nach 
der Rückgliederung stand Vopelius dann als Gauobmann dem Arbeitsgau 27a vor. 
Er wurde am 15. März 1936 zum Inspekteur für Süddeutschland und Sachsen er¬ 
nannt, die Geschäfte des Gauarbeitsdankwalters führte seither Unterfeldmeister 
a.D. Hahn56. 
Mit dem Aufbau der DAF an der Saar sollte die sozial-politische Funktion der 
Gewerkschaften vergangener Tage abgelöst werden durch "die national-völkische 
Kraft, nicht nur der Arbeiter, sondern des gesamten Volkes", - so wie es Hitler be¬ 
reits in "Mein Kampf dargelegt hatte. Weder waren seine Erklärungen Jahre vor¬ 
her in ihrem Kern verstanden worden, noch hatten Warnungen und Taten in der 
Zeit vor der Abstimmung an der Saar und im Reich bei der Arbeiterschaft Früchte 
getragen. Doch mußte die Gestapo bereits im Juni 1935 eingestehen, daß trotz der 
behaupteten Mitgliederstärke der DAF von 200.000 bereits gleichzeitig unter der 
Belegschaft der Gruben eine allgemeine Mißstimmung herrsche, da ihre erwartete 
Besserstellung nicht eingetreten sei, und in den Betrieben, in denen zur Zeit der 
Rückgliederung nur der deutsche Gruß gebraucht worden war, man diesen kaum 
noch höre57. 
56 S.Z. Nr. 114 v. 26.4.1936: "Ein Jahr Arbeitsdank im Saarland". 
57 
Ber. v. 5.6.1935. LA Saarbrücken, Best. Gestapo Saarbrücken, Nr. 28, Bl. 27. Vgl. auch "Mein 
Kampf', S. 670-683. 
397
	        

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