Full text: NS-Politik an der Saar unter Josef Bürckel

18. Februar eine entsprechende Erklärung ab, wonach diese Zahlungen den Re¬ 
striktionen der deutschen Gesetzgebung hinsichtlich der Devisenbestimmungen 
nicht unterworfen waren22. Die Übernahme derjenigen Staatsbeamten der Reko, 
die wenigstens 10 Jahre lang die französische Staatsangehörigkeit besaßen, ein 
Ruhegehaltsanspruch hatten und bei denen die bei französischen Verwaltungen 
gleichwertigen Anstellungsbedingungen erfüllt waren, versprach die Französische 
Regierung "in liberalem Geiste" zu prüfen. Zuständig für die entsprechenden Ge¬ 
suche bis zum 15. März 1935 war das Présidence du Conseil (Direction Générale 
des Services d’Alsace et de Lorraine), Paris23. 
In der Folgezeit erst zeigte sich, daß entgegen vorheriger Versicherungen doch 
schärfere Prüfungen und auch Nicht-Übernahmen erfolgten. Allerdings kann glo¬ 
bal davon ausgegangen werden, daß das Deutsche Reich eine Beamtenschaft aus 
Reko- und Kommunalverwaltung übernahm, die sich mit den Verhältnissen im 
Reich abgefunden hatte und künftig ihre Dienste loyal dem nationalen Aufbau 
widmete. Die Überprüfung von 14.258 Beamten durch die deutsche Beamtenüber¬ 
nahmekommission in Saarbrücken im Februar 1935 erbrachte folgendes Ergeb¬ 
nis24: 
Saarländische Beamte: 
insges. davon A-Beamte B-Beamte C-Beamte Lehrer Kommunalbeamte 
14.258 4.286 5.477 175 3.330 990 
Antrag auf Pensionierung von den A- und B-Beamten 58 
Antrag auf Pensionierung von den mittelbaren Beamten der Reko 4 
Abgelehnt: ‘ 10 
Ablehnung der Übernahme bei den B-Beamten (davon einige 1935 
doch noch übernommen) 222 
Übernahme bei den C-Beamten 104 
22 SDN JO Î6, 1935, S. 487. 
23 
Erklärung der Französischen Regierung betr. die Beamten französischer Staatsangehörigkeit: Amtsblatt 
der Reko 1935, Nr. 141, S. 87. Ebenso SDN JO 16, 1935, S. 487. 
24 Aufzeichnung v. 25.3.1935 im RMdl. BA Koblenz, Best. R 18, Nr. 5.410, Bl. 303-309. Vgl. die Sit¬ 
zungsniederschrift über Saar- Beamtenfragen. BA Koblenz, Best. R 18, Nr. 5.410, Bl. 217ff. u. 113; die 
Rechtsverhältnisse der Saarbeamten: Bl. 247-250. Die Aktenlage über die Saarbeamten vom Oktober 
1934 bis 25.10.1935: ebd. Best. R 22, Nr. 2.873, Bl. 1-450. Vgl. F. Jacoby, Herrschaftsübemahme, S. 
169f. Am 31.3.1936 hatte das Saarland an Beamten und Angestellten der öffentlichen Verwaltung ins¬ 
gesamt: Gemeinden - 986, Gemeindeverbände - 373, zusammen 1.359. Vgl. Statist. Jahrbuch für das 
Deutsche Reich 1937, S. 486. A-Beamte: - die 1920 zur Verfügung gestellten u. die mit Zustimmung 
der Dt. Reg. in den saarl. Dienst beurlaubten sowie die ehern, elsaß-lothr. Landesbeamten. B-Beamte: - 
dt. Beamte, die von der Reko aus eigener Initiative mit Pensionsanspruch eingestellt waren, C-Beamte: - 
Beamte, auch Ausländer, die ebenfalls in keinem Rechtsverhältnis zum Reich, Preußen oder Bayern 
standen, und mit einem Kapitalertrag (Pécule) bei ihrem Ausscheiden entschädigt wurden. II. Westhoff, 
Recht und Verwaltung, S. 34f. 
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