Full text: Migration und Urbanisierung

schaftsstrukur in den bei¬ 
den Gemeinden manife¬ 
stierte sich vor allem in 
der zweiten Untersu¬ 
chungsphase. Die Dieden- 
hofener Saison zeigte hier 
eine wesentlich größere 
Varianz als die Malstatt- 
Burbacher Reihe. Der Sai- 
sonverlauf in Malstatt-Bur¬ 
bach kannte weniger Ex¬ 
treme. Die Differenz zwi¬ 
schen starken und schwa¬ 
chen Zuwanderungsmo¬ 
naten war abgeschwächt 
im Verhältnis zu Dieden- 
hofen. Außerdem lagen die Zuwanderungsspitzen in Diedenhofen im Februar und August, 
während Malstatt-Burbach im April, Mai und November die meisten Zuwanderer em¬ 
pfing. Dagegen präsentierten beide Städte in der dritten Untersuchungsphase, nun unter 
sehr viel ähnlicheren ökonomischen Rahmenbedingungen, fast identische saisonale Zu¬ 
wanderungsmuster. Allein die Frühjahrssaison wurde in Diedenhofen im Februar, März 
und April bereits wirksam, während die Immigration in Malstatt-Burbach im April einen 
eindeutigen Höhepunkt erlebte, nach einem leichteren Zuwachs im März und einem 
schnelleren Zuwandererrückgang im Mai. Die Sommersaison im Juli sowie die Herbst¬ 
saison von September bis November verliefen in dem lothringischen und dem saarländi¬ 
schen Ort in völlig analoger Weise. 
Dieses sehr differenzierte Ergebnis steht in klarem Widerspruch zu den saisonalen 
Mobilitätskurven der Großstädte Berlin und Königsberg, welche "über den gesamten 
Untersuchungszeitraum [1871-1900] äußerst konstant [bleiben]. Die steilen Wande¬ 
rungsspitzen im April und Oktober heben sich schroff ab von dem sinkenden Wan- 
Abb.10 : Saisonale Schwankungen im Zuwanderungsauf¬ 
kommen von Diedenhofen und Malstatt-Burbach 
(SKZ = Saisonkennziffer) 
Summen der monatlichen Wanderungsfälle in den drei Untersuchungsphasen auf je zwölf 30- 
Tages-Monate normiert. Denn der bloße Vergleich von Kalendermonaten beruht auf bis zu zehn 
Prozent voneinander abweichenden Zeiteinheiten. Durch die Normierung wird gewährleistet, daß 
z.B. dem 28- bzw. 29-tägigen Februar im Jahreszusammenhang das gleiche Gewicht wie dem, 
stets 31 Tage umfassenden, Januar zukommt 
In einem abschließenden Bearbeitungsschritt wurden aus den normierten Monatswerten für die 
drei Untersuchungsphasen die Saisonkennziffem berechnet, welche das prozentuale Verhältnis 
des monatlichen Wanderungsaufkommens zum Gesamtmonatsdurchschnitt ausdrücken. Die Abb.9 
bis Abb.12 zur Wanderungssaison beruhen auf diesen Saisonkennziffem. 
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