Full text: Migration und Urbanisierung

c) Der Aufbau der Arbeit 
Die vorliegende Untersuchung widmet sich einigen der skizzierten Desiderata mit einer 
exemplarischen Betrachtung der drei Industriestädte Malstatt-Burbach, Diedenhofen und 
Esch/Alz. in der Zeit zwischen der Gründung der Burbacher Hütte (1856) und der 
Vereinigung Malstatt-Burbachs mit (Alt-)Saarbrücken und St.Johann zur Großstadt 
Saarbrücken (1909/1910). Diese Zeitspanne beinhaltet den industriellen "take-off" im 
saarländisch-lothringisch-luxemburgischen Grenzgebiet einschließlich der Jahre einer 
forcierten Industrialisierung der Region bis zum Vorabend des ersten Weltkrieges. Im 
Untersuchungszeitraum handelte es sich bei den drei Gemeinden um Dörfer bzw. 
Kleinstädte, die im Zuge von Industrieansiedlungen und ausgeprägten Binnenwanderungs¬ 
bewegungen rasch ein mittleres urbanes Entwicklungsniveau erreichten. 
Der Akzent der Studie liegt etwas stärker auf der Saarhüttenstadt. Grundsätzlich wurde 
zwar eine komparative Analyse der historischen Entwicklung in den drei Gemeinden 
angestrebt, im Rahmen derer die Städte gleichgewichtig berücksichtigt werden sollten; 
in der Praxis ergab es sich jedoch, daß in fast allen wesentlichen Punkten hinreichend 
Material zur Erörterung der Malstatt-Burbacher Verhältnisse vorhanden war, während 
aufgrund der zum Teil unbefriedigenden Quellenlage in den beiden anderen Kommunen 
zuweilen auf eine vergleichende Darstellung der lothringischen oder luxemburgischen 
Gemeinde verzichtet werden mußte. 
Der Darstellungsteil der vorliegenden Arbeit gliedert sich in vier inhaltlich relativ 
geschlossene Blöcke zuzüglich eines knappen regionalgeschichtlichen Orientierungs¬ 
kapitels sowie eines ausführlichen Anhangs. 
Zu Beginn werden die rechtlichen Grundlagen des Meldewesens im Untersuchungsraum 
kurz Umrissen und die kommunalen Melderegister als Hauptquelle der empirischen 
Migrationsanalyse vorgestellt. Die Struktur des daraus resultierenden Arbeitsdatensatzes 
wird anschließend in aller Kürze beschrieben, um dem Leser die Datengrundlage der 
zahlreichen, mit Hilfe unterschiedlicher quantitativer Verfahren ermittelten Einzelresultate 
transparent zu machen. (Kapitel C) 
Zum besseren Verständnis des folgenden Analyseteiis kann ein ausführlicher methodischer 
Anhang zu Rate gezogen werden. (Kapitel H) Der Annex nimmt mit Absicht einen 
breiten Raum am Ende der Arbeit ein, damit dem in der Regel wohl nicht quantitativ 
geschulten Leser die Möglichkeit geboten wird, Einblick sowohl in die teils komplexen 
statistischen Verfahren als auch in die sozialgeschichtlichen und geographisch-raum- 
strukturellen Klassifikationskriterien zu gewinnen. Diese Kurzdarstellungen können jedoch 
keineswegs dazu dienen, eine detaillierte Kenntnis der entsprechenden Methoden zu 
vermitteln; sie wollen nicht mehr, als die jeweiligen Grundprinzipien der speziellen 
Verfahren verständlich machen bzw. den methodisch versierten Leser über die gewählten 
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