Full text: Die monastische Schriftkultur der Saargegend im Mittelalter

1590 in Heidelberg), nach seinem Geburtsort Bergzabern Tabernaemontanus genannt, 
von Bock ausgebildet worden sein,183 An den Saarbrücker Hof Graf Philipps II. gelangt 
Bock erst 1550, als sein Gönner, der Abt Kintheuser, der katholischen Restitution unter 
Abt Johann Bonn von Wachenheim weichen muß und der neue Abt dem ketzerischen 
Stiftsherrn die Einkünfte sperrt. Vom 14. August dieses Jahres ist ein Brief Bocks erhalten, 
in dem er sich anerkennend über seine freundliche Aufnahme in Saarbrücken äußert.184 
Bis 1553 soll er Leibarzt Graf Philipps gewesen sein. Eine bislang übersehene Würdigung 
seiner dortigen Tätigkeit findet sich in einer Handschrift der Zentralbibliothek Zürich, 
die den Jeronimus Bockh, hoch erfaren Krüttler von Sarbrucken erwähnt.185 Er starb am 
21. Februar 1554 wieder in Hornbach, sein Epitaph, das sich vormals in der Stiftskirche 
St. Fabian befand, ist seit 1939 verschollen.186 
Mit Sicherheit war er es, der Jakob Theodor an die Saar mitbrachte, wo dieser 1551-1553 
seine „Practick“ gegen die Pest verfaßte und den Brüdern des Grafen, Johann und Adolf, 
widmete.187 Erst 1564 konnte er sie aber — auf eigene Kosten - in Heidelberg drucken 
lassen. Vom 6. März dieses Jahres ist ein Brief Theodors an Abt und Konvent von Wad¬ 
gassen erhalten, denen er vier ungebundene Exemplare seines Buches aus alter Freund¬ 
schaft übereignet.188 In dem Schreiben stellt Theodor die Vorzüge seiner Abhandlung ge¬ 
bührend heraus, sie enthalte viele Rezepturen, so dem Bekümmerten unnd mit dieser 
Sucht Beladenen am allerdienlichsten und nottwendigsten sein solten. Der Besucher der 
Heidelberger „Bibliotheca Palatina“-Ausstellung von 1986 konnte sowohl die „Practick“ 
Theodors als auch das Kräuterbuch seines Lehrmeisters (in einer Auflage von 1565) in 
Augenschein nehmen.189 
6.5. Die Bibliothek des letzten Abtes von Wörschweiler 
Nikolaus von Diedenhofen stand seit 1552 der Zisterze von Wörschweiler vor. Er war 
zuvor Mönch in Weiler-Bettnach gewesen. Bereits längere Zeit schwer erkrankt, starb er 
183 Über ihn und ihre gemeinsamen Exkursionen schreibt Bock: Soviel aber die simplicia belangt/ ist 
mir seines gleichen niemands fürkommen/ dann erdarinn keinen kosten/ mühe unnd arbeyt nicht 
gespart/ und jnnerthalb ettlich jarenl so mir beyde bey und miteinander (— Hornbach) gewesen/ 
viel unbekandter simplicien fanden, (zitiert nach Bibliotheca Palatina, S. 349) 
184 Neubauer, Regesten Hornbach, Nr. 895; vgl. auch seine hymnische Lobpreisung der Grafschaft 
in der Vorrede zu der Ausgabe seines Kräuterbuchs von 1551: . . . und also bald neben Jren 
großsen vilfaltigen Lands geschefften, neben der lands Regierung, und den großsen köstlichen 
vilen Bewen, als der schönen Malmülen, der Fischweiher, der newen Schaffereien, unnd des 
haußs Bocherbachs, auch des külen holtseligen springenden Brunnens zu Sarbrücken, unnd der 
aller schönsten, gewaltigsten, keiserlichen steinen brücken über den lieblichen wasserstrom die 
Sar genant. . . (zitiert nach Roth, Hieronymus Bock, S. 73) 
185 In einer um 1350 geschriebenen Sammlung medizinischer Rezepte von Werner Zeyer von Rhein- 
felden stehen f. l-6v Nachträge, die zitierte Notiz auf f. 5v (Mohlberg, Katalog, Nr. 631c). 
186 Kunstdenkmäler Zweibrücken, S. 629; Text der Inschrift überliefert bei Roth, Hieronymus 
Bock, S. 52 
187 zu Theodor s. allg. die Arbeiten von Roth, Jakob Theodor; den Nassau-saarbrückischen Rat 
Peter Nimsgern nennt er 1560 seinen — nicht näher umrissenen — Gevatter; zu dieser bekannten 
Saarbrücker Familie s. ZGS 22 (1974), S. 75-77 
188 LHA Koblenz, Best. 218, Nr. 846, S. 1-4 (nur 1 u. 4 beschrieben); Burg, Regesten Wadgassen, 
Nr. 1298 (mit alter Signatur) 
189 Bibliotheca Palatina, S. 328-330 u. S. 349f., jeweils mit Spezialliteratur 
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