Full text: Geschichte der saarländischen Steinkohlengrube Sulzbach-Altenwald

Am 24. November 1864 beantragte der Vorsitzende der Bergw erksdirektion Serlo,3 die 
Zahl der Inspektionen auf 8 zu erhöhen, und begründete dies mit der ungleichen Größe 
und Förderleistung der Gruben; einige Inspektionen hatten eine solche Ausdehnung ge¬ 
wonnen, daß sie von einem Berginspektor allein nicht mehr geleitet werden könnten. Die 
neue, von Serlo angeregte und vom Handelsminister Grafen von Itzenplitz am 13. De¬ 
zember 1864 genehmigte Organisation sah vor, daß vom 1. Januar 1865 ab die Gruben 
Sulzbach und Altenwald allein die V. Berginspektion bilden, Friedrichsthal und Quier¬ 
schied aber mit Reden und Merchweiler zur VI. gehören sollten. Vom 1. Januar 1866 ab 
wurde übrigens die Grubenabteilung Sulzbach (Mellmschächte) wieder von Dudweiler 
abgetrennt und mit Altenwald vereinigt. 
1. Der technische Betrieb 
Wie bei allen anderen Gruben des Reviers war es auch auf Sulzbach-Altenwald unver¬ 
meidlich, den Abbau in immer größere Tiefen vorzutreiben, und zwar in dem Maße, wie 
die über der Flortwell-Venitzstollensohle anstehenden Kohlen allmählich zum Verhieb 
kamen. Der Gegenortschacht wurde 1862 auf 48 Lachter (= rund 96 m) unter die Saar¬ 
sohle abgeteuft, die bei 198 m oder 57 m unter Tage verlief, und dort, in rund 150 m unter 
Tage die 1. Tiefbausohle angesetzt, aus welcher im nächsten Jahre schon 3 231 to geför¬ 
dert wurden. Der weitaus größte Teil der Förderung - 175 063 to — erfolgte aus der Saar¬ 
srollensohle.4 
Der Altenwalder Eisenbahnschacht I erreichte 1865 die erste Tiefbausohle, der Eisen¬ 
bahnschacht II ein Jahr später, während der Mellinschacht I bei Wieden ereinigung der 
Gruben, also zu Anfang des Jahres 1866, schon bis zu 2. Tiefbausohle, rund 210 m unter 
Tage, niedergebracht war; der Venitzschacht erreichte diese Teufe im Laufe des Jahres 
1866.5 Drei Jahre später wurde das Abreufen des Mellinschachtes II zur 3. Tiefbausohle, 
die bei -20 m NN oder 270 m unter Tage lag, in Angriff genommen, im Jahre 1870 wegen 
des Krieges unterbrochen und 1871 fortgeführt; als man jedoch wegen großer Wasserzu¬ 
flüsse auf Schwierigkeiten stieß, brachte man zunächst den Mellinschacht I bis zur 3. 
Sohle nieder.6 
Im Sulzbacher Feld war die über der Saar- und 1. Tiefbausohle anstehende Kohle 1871 
schon „fast abgebaut. Die besseren hangenden Flöze mußten nach Westen wegen des 
Dorfes Sulzbach unverritzt stehen bleiben“, und in der 2. Sohle „machte die Aufschlie¬ 
ßung des Feldes nach Osten infolge des Auftretens des 1. und 2. Sulzbacher Sprunges 
Schwierigkeiten“.' Um auch den Mellinschacht I zur 3. Sohle niederzubringen, unterfuhr 
man ihn 1872 von Schacht II aus und führte ihn durch Überbrechen zur 3. Sohle herab.8 
Zur gleichen Zeit erreichte im .Altenwalder Feld der Gegenortschacht die 3. Tiefbausohle, 
3 Albert Ludwig Serlo (1824 - 1898), 1856 Bergmeister in Bochum, 1857 Oberbergrat im Ober¬ 
bergamt Dortmund, 1861 Vors. d. Bergwerksdirektion Saarbrücken, 1864 Hilfsarbeiter im Han¬ 
delsministerium, 186“ Berghauptmann und Direktor des Oberbergamtes Breslau, 1878 Oberberg¬ 
hauptmann und Ministerialdirektor in Berlin. 1884 Ruhestand. 
4 LAS, Best. 564, Nr. 141, p. 103. 
5 ebenda, p. 109. 
6 ebenda, p. 127. 
ebenda, p. 129. 
* ebenda, p. 131. 
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