Volltext: Geschichte der saarländischen Steinkohlengrube Sulzbach-Altenwald

I. Die Grube Sulzbach - Altenwald von ihrer Gründung bis zur 
Errichtung der Berginspektionen (1841-1861) 
Die wachsende Nachfrage nach Koks war es vornehmlich, die den preußischen Finanzmi¬ 
nister 1839 veranlaßte, dem Saarbrücker Bergamt die Ausarbeitung eines Betriebsplanes 
zur Wiederaufnahme der Förderung in Altenwald aufzutragen, nachdem man zuvor 
durch Schürfarbeiten im Flangenden des Flöz 1 weitere 21 Flöze, und im Liegenden 17 
Flöze nachgewiesen hatte. Am 4. November 1839 verfügte der Finanzminister „die Auf¬ 
schließung der Grube Altenwald durch einen Stollen“, der „sofort zu Felde zu treiben“ sei. 
Die Arbeiten sollten so rasch wie möglich beginnen, um so bald wie möglich das Flöz 2 
zu erreichen, „welches guten Koks liefert“; doch sollte die Erschließung der Flöze nur so¬ 
weit stattfinden, „als die anderen Gruben den Bedarf an Kohlen und Koks nicht decken“ 
könnten.1 
Daraufhin wurde zu Beginn des Jahres 1840 am Zusammenfluß des Ruh- und Sulzbaches 
der Flottwellstollen1 2 in Angriff genommen und in einer Höhe und Breite von 90 Zoll ( = 
2,30 m) 36% Lachter (= 74 m) tief aufgefahren. Vom Vortrieb der Tagesstrecken sah man 
zunächst ab, „da die Grube Sulzbach - Dudweiler infolge der ungünstigen Absatzverhält¬ 
nisse vorläufig die Nachfrage nach Kohlen befriedigen konnte“.3 Die Leitung der neu 
eröffneten Grube erhielt Bergmeister Jung, die Belegschaft bestand aus 15 Mann: einem 
Steiger, 9 Gesteinshauern, 2 Hauern und 3 Schleppern. 
Ein Erlaß des Finanzministers vom 8. Juni 1840 verfügte die Vereinigung der wieder eröff¬ 
neten Grube Altenwald mit der Grube Sulzbach, die damit aus ihrem betrieblichen Ver¬ 
bund mit Dudweiler ausschied.4 
Wenngleich die Gruben bei Sulzbach, wie früher dargelegt, zu den ältesten des Saar¬ 
brücker Reviers zu zählen sind, so war ihre wirtschaftliche Bedeutung doch relativ gering. 
Die Ursache dafür lag einmal darin, daß die bayrische Grenze bzw. die der Herrschaft 
Blieskastel sich hier keilförmig in das früher nassau-saarbrückische Gebiet hineinschob 
und eine Ausdehnung des Betriebes in streichender Richtung verhinderte. Zum anderen 
aber war das kleine, zwischen Landesgrenze und Markscheide Dudweiler liegende Feld 
von zwei mächtigen Sprüngen durchzogen, was die Qualität der Kohle wesentlich beein¬ 
trächtigte.5 Deswegen waren die Sulzbacher Gruben niemals eigenständig, sondern be¬ 
trieblich bis dahin stets mit den Dudweiler Gruben verbunden gewesen, von 1841 ab dann 
mit Altenwald. 
Zu Beginn des Jahres 1841 war der westliche Teil des Feldes der Grube Sulzbach teils vom 
Venitzstollen aus, teils durch Tagesstrecken vom Neuweilertal aus weitgehend abgebaut, 
1 LAS, Best. 564, Nr. 141, p. 21. 
: Der Stollen erhielt erst drei Jahre später diesen Namen nach dem damaligen preußischen Finanzmi¬ 
nister Eduard-Heinrich von Flottwell (1786 — 1865). 
3 LAS, Best. 564, Nr. 141, p. 22. 
4 ebenda, p. 23. 
5 ebenda, p. 4.
	        

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