Full text: Die Tholeyer Abtslisten des Mittelalters

März bieten. Hinter diesen Diskrepanzen verbergen sich die nicht ungewöhnli¬ 
chen Verlesungen <B> —» <H>, maii —> martii und die geläufige Ver¬ 
schiebung des Datums um einen Tag, die einem Kopisten bei den oft gedrängten 
Zuordnungen mittelalterlicher Nekrologien leicht unterläuft. 
Damit ist aber wahrscheinlich gemacht, daß das im 18. Jahrhundert von EFG be¬ 
nutzte Nekrolog wohl selbst durch Kompilation zweier älterer mortuaria *NA 
und *NB entstanden ist. Das Totenbuch *NA scheint eine seit der Mitte des neun¬ 
ten Jahrhunderts einigermaßen kontinuierliche Überlieferung Tholeys zu reprä¬ 
sentieren; weiter zurück reichten nur der zum Heiligen promovierte, auch in Tho¬ 
ley durch Reliquien vertretene Verduner Bischof Paulus sowie der - wie noch dar¬ 
zulegen sein wird - ebenfalls legendengestützte Abt und Bischof Crodowinus (vgl. 
u. S. 123 Nr. 7), wobei nicht ausgeschlossen werden soll, daß dessen Todesda¬ 
tum und Titulatur zur Anlagezeit des ersten Nekrologiums aus inschriftlicher 
Überlieferung (Grabstein?) entnommen werden konnte. 
Die nekrologische Überlieferung Tholeys war also noch im 18. Jahrhundert bes¬ 
ser, als bisher angenommen wurde. Wir wenden uns nun der Überlieferung und 
der Quellenkritik der Abtslisten zu. 
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