Volltext: Landesherr und Landesverwaltung

Herzogs war in dem Familienvertrag von 1777 vorgesehen288 - in den Vertrag 
aufgenommen wurde, obwohl sich Friedrich II., die vermittelnden Mächte und 
selbst Maria Theresia beim Kurfürsten für Karl II. August einsetzten289. So war 
es Karl Theodor weiterhin möglich, sich den Geldforderungen aus Zweibrücken 
zu entziehen. 
3. Pfalz-Zweibrücken zwischen Frankreich und Preußen 
In den folgenden Jahren verschlechterte sich die Finanzlage in Pfalz-Zweibrük- 
ken ganz erheblich. 1777 hatte der Bau des Schlosses Karlsberg begonnen und 
dafür war dem Herzog nichts zu gut und zu teuer. Männlich berichtet, daß er 
von zwei Entwürfen für die Innenausstattung stets den teuersten gewählt habe 
mit der Bemerkung: Wisse er, mein lieber Männlich, daß für mich nichts zu gut 
ist290. Dagegen mußte Hofenfels fremde Hilfe in Anspruch nehmen, um den 
Unterhalt auf dem Friedenskongreß von Teschen für sich und sein geringes Per¬ 
sonal bestreiten zu können291. 1780 war die Schuldenlast auf über zweieinhalb 
Millionen Gulden gestiegen, so daß Hofenfels befürchten mußte, Joseph II. 
würde durch die Errichtung einer Schuldentilgungskommission versuchen, den 
Herzog in seine Abhängigkeit zu bringen292. Anhand seiner Rechnung stellte 
Hofenfels fest, daß einer Einnahme von 343 000 Gulden Ausgaben von 720 000 
Gulden gegenüberstanden. Dazu kam eine Schuldenlast von 2 300 000 Gulden, 
die aufgenommen worden waren; die Zinsen beliefen sich nach Hofenfels' Rech¬ 
nung auf 60 000 Gulden293. Um eine noch größere Verschuldung zu verhindern, 
hatte er zwei Sparpläne entworfen: In dem einen setzte er voraus, daß die Zin¬ 
sen der aufgenommenen Kapitalien aus den laufenden Einnahmen bestritten 
werden müßten, in dem anderen ging er von der Annahme aus, daß sie ander¬ 
weitig beschafft werden sollten, wobei er an die Gewährung einer Apanage 
durch Karl Theodor dachte. Die Einsparungen betrafen zunächst die Hofhal¬ 
tung; der größte Betrag sollte jedoch an einem ad manus Serenissimi bezeichne- 
ten Posten eingespart werden. Dem Herzog verblieben anstelle von 112 000 
Gulden letztlich nach Hofenfels’ Vorstellungen noch 6 000 bzw. 12 000 Gulden 
zur persönlichen Verfügung. 
Von der Notwendigkeit der Einsparungen überzeugt, überreichte Esebeck am 
5. April 1780 Karl II. August die Reformpläne zusammen mit einer von Hofen¬ 
fels verfaßten Note294. Darin betonte er eindringlich, daß seine Pläne nach einer 
288 Siehe dazu Recueil des Instructions VII, S. 570. 
289 Siehe dazu REIMann, Geschichte des bayerischen Erbfolgekrieges, S. 232, 
290 v. männlich, Lebenserinnerungen, S. 341, 
291 Vgl. dazu MITTELBERGER, Hofenfels, S. 43 f. 
292 Vgl. dazu ebda., S. 45. 
293 Siehe zum folgenden BayHStA München K.bl. 420/5. Vgl. auch mittelberger, Hofen¬ 
fels, S. 45 ff. 
294 BayHStA München K.bl. 420/5 (Extrait de la note ministerielle presenté á son Altesse 
Sérénissime le 5e May 1780). 
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