Full text: Die Bauernwirtschaften des Fürstentums Nassau-Saarbrücken im 18. Jahrhundert

EINLEITUNG 
Das Fürstentum Nassau-Saarbrücken, im Südwesten des Reiches an der Grenze 
zu Frankreich-Lothringen gelegen, bestand in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhun¬ 
derts im wesentlichen aus der Grafschaft Saarbrücken, der Herrschaft (Oberamt) 
Ottweiler und den Ämtern Harskirchen und Jugenheim1. Aus ökonomischen Grün¬ 
den war es nicht möglich, die Akten zur Wirtschaftslage der Bauern aller Teilge¬ 
biete des Fürstentums zu untersuchen, da sie in zahlreichen, häufig auch auslän¬ 
dischen Archiven verstreut liegen. Zum Teil sind sie auch durch Kriegseinwir¬ 
kungen verlorengegangen. 
Es war daher sinnvoll, sich auf die beiden Oberämter Saarbrücken und St. Johann 
der Grafschaft und das Oberamt Ottweiler der gleichnamigen Herrschaft zu be¬ 
schränken2. Die heutigen Kreise Saarbrücken (Stadtverband) und Neunkirchen 
umfassen ungefähr das gleiche Gebiet; einige ehemals fürstliche Orte gehören nun 
zu den Kreisen Saarlouis und St. Wendel. 
Die bewegte Geschichte des Landes hat dazu geführt, daß für einige Orte der un¬ 
tersuchten drei Oberämter überhaupt keine Quellen oder nur sehr lückenhafte 
Bestände vorhanden sind3. Auf ihre Bearbeitung wurde verzichtet. Die Verhält¬ 
nisse in den beiden Städten Saarbrücken und St. Johann wurden ebenfalls aus der 
Betrachtung herausgenommen, da sie sich von denen der Landgemeinden bedeutend 
unterschieden. 
Die Untersuchung der Bauernwirtschaften der Saarbrücker Lande im 18. Jahrhun¬ 
dert befaßt sich folglich mit solchen Betrieben, die hauptsächlich der Landwirt¬ 
schaft angehörten. Nun ist es aber nicht immer einfach, Vollbauern von solchen zu 
trennen, die zwar über landwirtschaftliche Nutzflächen verfügten, nebenher aber 
noch weitere Einnahmen hatten, weil sie als Handwerker oder Fuhrunternehmer 
von anderen Wirtschaftszweigen profitierten. Die Mehrzahl der Bauern bewirt¬ 
schaftete ohnehin kleine Höfe und war aufgrund schlechter Böden oder extensiver 
Betriebsweisen nicht einmal in der Lage, sich aus den Erträgen der Höfe zu ernäh¬ 
ren. Sie mußte also gezwungenermaßen einem Nebenerwerb nachgehen. 
1 Einwohnerzahlen von 1783: OA Saarbrücken 8 477, OA St. Johann 8 598, OA Ott¬ 
weiler 10 603, Ensheim und Bous 1 031, zusammen 28 709. Das Fürstentum einschl. 
Harskirchen und Jugenheim hatte 39 370 Einwohner. (H. V. — H 11, S. 21). 
2 Die Dörfer Zinsingen und Alstingen links der Saar wurden nicht in die Untersuchung 
einbezogen. 
3 Es handelt sich um die Orte Ensheim, Eschringen im OA Saarbrücken, Bous, Derlen, 
Dilsburg, Eiweiler, Herchenbach, Bietschied, Obersalbach im OA St. Johann und die 
Meierei Bexbach im OA Ottweiler. 
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