Full text: Genealogia oder Stammregister der durchläuchtigen hoch- und wohlgeborenen Fürsten, Grafen und Herren des uhralten hochlöblichen Hauses Nassau samt etlichen konterfeitlichen Epitaphien

In dem Namen der heiligen, unvertheilten Drei faltigkeit Gottes, des 
Vaters, des Sohns und des heiligen Geistes. Amen! 
Sientemahl, daß die Dieng, die in der Zeit geschehen, beide mit der Zeit hienfallen und ver¬ 
gessen werden, es sei dann, daß sie mit Hilf der Schrift bestendiglich und behalten bleiben, und 
nun unzimblich und undanckbar wehre, daß einig, ehrlich und großadelich Geschlecht, die 
Gott beheglich und gefellig seind gewessen, leichtlich von Laßheit wegen vergessen und ver- 
helet wurde. Darumb wolt ich, Bruder Werner von Saulnheim, Minorbruederordens, nit laug- 
nen, daß die Stiftung, Bau und Begräbnus des Clarenthal, und durch wen das geschehen sei, 
vergessen wurd, sondern ich wolt diese Geschieht nach aller ihrer Ordnung in Geschrift set¬ 
zen und sagen. Darumb die Dienge, die wier mit Augen gesehen haben, und sie wiessentlich 
bekennen, davon mögen wier Zeugnus der Warheit geben, daß unsere Nachkomende gewahr 
werden durch die Geschrift und lehrnen, Gott zu loben in ihrem Gemühte vor die Seelen. 
So hebe ich an, in dieser nachgeschriebenen Weise. 
Es war ein edler Herr und Grave von Nassawe (etc.) genant Waldram, 
Grave Hennrichs Sohn von Nassawe, und seine Mutter ward genant Mechtild, eines Graven 
Tochter von Geldern. Selbiger Graf Waldram hatte viel Brüder und Schwestern, und beson- 
den einen weltlichen Brueder, genant Otto. Mit dem theilt er die Graveschaft Nassawe und 
andere väterliche Erb und name zu einer Haußfrauen Grave Diethrichs Tochter von Catzen- 
elnbogen, genant Adelheyd. Mit der gebahr er viel Kinder, deren stürben eins theils vorm 
Vater. Und darnach starb Grave Waldram und verbleib seine Haußf rau mit einer Tochter, 
genand Richard(a) und mit zweien Söhnen. Diethard war der Eheste und Adolf der Jüngste. 
Also nach dem Todt Grave Waldramen, da ubergab Frau Adelheid, seine Haußf rau, diese 
Welt und leget ab allen weltlichen Zierat und Geschmuck und dienet Gott und war ein geist¬ 
liche Freundin der Brüder Sancti Francisci Ordens, und grosse Gutheterin derselben. Und 
trug ein geistlich Kleid der Beginen mit ihren zweien Töchtern d) und wohnet im Somer zu 
Wießbaden und in dem Winter zu Maintz, durch des heiligen Geistes Ampts wegen zu hö¬ 
ren. Und thet ihre Tochter Richard(a) in das beschlossen Closter S(ancta) Clären, war ein neu 
Pflantzung in der heiligen Kirchen, und gienge unerschrocken durch die Liebe Gottes in den 
Orden williglich. 
Und Graf Diether, der eiteste Sohn, gieng sonder Wissen der Mutter in das Predigercloster 
zu Maintz und nam den Predigerorden an sich. Aber die Mutter het ihn viel lieber in S(anct) 
Franciscusorden gehabt, den sie sonderlich liebet. Und nachfolgendts künftiger Zeit, da ward 
Bruder Dietrich ein Ertzbischove zu Trier. 
Fol. 9r Herr Adolf, der jüngste Sohn, bliebe / / Grave zu Nassawe und erbt die Lande und name zu 
ehelichem Gemahl Grave Gerlachs Tochter von Limpurg, genant Imagina. Mit der hatte er viel 
Söhn und Töchter. Zu dem ersten gebahr sie einen Sohn, genant Henrich, darnach eine Toch¬ 
ter, genant Adelheid, welche Tochter doch Fr(au) Adelheid, Grave Adolfs Mutter, auch zu 
d) Auf dem linken Rand Ergänzung auf kleinem, aufgeklebten Zettel (z. T. abgerissen, deshalb ergänzt): 
[Diese waren die] Tochter Richarda [und die] Enckelin Adelheid. 
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