Full text: Genealogia oder Stammregister der durchläuchtigen hoch- und wohlgeborenen Fürsten, Grafen und Herren des uhralten hochlöblichen Hauses Nassau samt etlichen konterfeitlichen Epitaphien

deswegen hernacher zuem Graven zu Nassaw gemacht habe. Und also von diesem Theodosio 
Romono, — welcher im Documento uf Teutsch Dieterich genennet würd —, die folgende Gra¬ 
ven von Nassaw komen seien. 
Aber das ist noch nicht von dem allerersten rechten Ursprung. Zu observirn aber ist, was C. 
Julius Caesar Commentar. Lib. i. de bello Gallic(o) schreibet: Questum ad se venisse Trevi- 
ros, coactos centum pagos Suevicos ad Rheni ripam accessisse et impressionem minari, sub 
ducibus Nasua et Cimberio fratribus. Das ist: Daß die Trierische zu ihm komen seien kla¬ 
gend, wie daß hundert schwäbische Pagi sich versamblet und an das Ufer oder Gestad des 
Rheins komen seien und einen Einfall under ihren Obersten und Hertzogen Nasua und Cim- 
merio, Gebrüdern, — von welchem etliche der Graven von Cimbern Ursprung und Herkunft 
hernehmen wollen —, zu thuen dräuen, auch sich über den Rhein in Franck/ /reich zu bege- Fol. 5v 
ben und zu Ariovisto zu schlahen understandten. Daher etliche darfürhalten und meinen, auch 
Meldung thuen, daß die Graven vom Hause Nassaw (etc.) von NASUA oder NASSUA, obge- 
dachtem Hertzog oder Obersten, welcher ohngefehr sechsundfünftzig fahr vor des Herrn Christi 
Gebührt berühmt gewesen, herkomen. Wännenhero aber dieser seine Ankunft ferner zurück¬ 
nehme, ist wegen Längde der Zeit, auch Mangel der Historien teutscher Nation ohnbekand. 
Mann meinet, er sei aus dem königlichen Geschlecht BRENNI, welcher Rom erobert, gewesen. 
Zwar er hat, wie obgemelt, zu C. fulii Caesar(is) Zeiten als ein dapferer teutscher Held mit 
seiner Kriegsmacht den Römern auf der Ostseiten des Rheins den Strichen von Bingen hienab 
bis gen Coblentz großen Wiederstandt gethan, damit dieselbige, so zu Bingen und Coblentz 
gelegen, nit ubern Rhein in Teutschland fallen möchten. Von diesem, wollen etliche, sol Nas¬ 
saw uf den hohen Berg erbaut sein, davon sich dann längst hernacher die Graven genant, als 
sie den Namen Graven zu Löpern, Hern zu Laurenberg und Sonnenberg fallen lassen und 
Nassaw zu einem Stamhaus erwehlet und befestiget. Hievon beschreibt beneben Aegidio 
Tshud der hochgelehrte Historicus und Poeta Nicodemus Frischlinus: 
At Nassovaeum vivit adhuc decus 
Surgens Adolfo Caesare et ultimo 
A Nasua, qui olim secutus 
Te fuit, Arioviste, Teuto. 
Demnach aber C. fulius Caesar die Heduos, Treviros und Ubios — wie etliche wollen, die Bur¬ 
gunder, Trier(er) und Cölnische — in der Römer Bund und Freundschaft angenomen, auch zu¬ 
gleich mit den Schwaben, Teutschen oder Sachsen einen Frieden gemacht und sich wiederumb 
zurück in Franckreich begeben, hab er diesem NASVAE die Praefectur oder Vogtei am Rein 
apud Confluentes, jetzo von den Ein- und nechsten Umbwohnern Coflentz und gemeinlich cor- 
rupte, wie in fast vielen Wörtern durch Länge der Zeit beschiehet, Coblentz genant, da die 
Mosel in den Rein fällt, nicht weit von dem alten Schloß Nassaw zugestellt. Dannenhero her¬ 
nacher die Graven zu Nassaw Erbvögte des Rheins seind genennet worden. 
Woraußen dann erscheint, daß schon zu denen, und zwar vor langen Zeiten die // Graven Fol. 6r 
vom Hause Nassaw für die Teutschen gegen und wieder die Römer gestritten und gekriegt 
haben (etc.). 
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