Full text: Genealogia oder Stammregister der durchläuchtigen hoch- und wohlgeborenen Fürsten, Grafen und Herren des uhralten hochlöblichen Hauses Nassau samt etlichen konterfeitlichen Epitaphien

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Abb. 7b 
Wiesbaden, ehern. Klarissenkloster Klarenthal 
Fol. 87r * Grabplatte des Grafen Philipp I. von Nassau-Saarbrücken (f 2. 7. 1429) I37). 
17,5x32 cm. — Schwarze Tuschefederzeichnung, schattiert mit grauer Wasserfarbe, Umschrift in brauner 
Tinte, Bleistiftvorzeichnung und Nadelstiche; Zeichnung in der Höhe auf die Größe der Buchseite beschnit¬ 
ten und aufgeklebt, untere Partie durch Feuchtigkeit beschädigt und hinterklebt. — St. George S. 99. — Ha¬ 
gelgans S. 45, CXXXIV. — Kremer II, S. 461 f., XX. — Vgl. Andreae 1002/2, fol. 78«-138). 
Annoa>. domini, millesimo. Quadringentesimo, vicesimo, nono. i(p)so. die. visita¬ 
tionis. Beate. Marie. virg(in)is. glo(rio)se. obitt. nobilis. d(omi)n(u)s. Philippus. 
Comes, in Nassauwe. et. in. Saraponte. cuius, anima, requiescat, in. sancta, pace, 
amen. 
Dieser Stein steht ujrecht im Closter Clarenthal bei Wiespaden in der Kirch(en) im niedern 
Chor uf der linken Handt, und ist dieser Graf Philips gewesen ein Sohn Graf Johannen von 
Nassau-Weil(burg) und Fr(au) Johanna Erbtochter von Sarbr(ücken). Dieser Gr(af) Philips hat 
2 Gemahlin, die erst eine von Hohenlohe, liegt zu Kirchheim begraben, die 2., Elisabeht, Hert- 
zogin aus Lotringen [. . ./ b). 
a) Die Umschrift läuft von links nach rechts, also in umgekehrtem Uhrzeigersinn. 
b) Rest verblaßt und nicht mehr lesbar. 
Im Zuge der Säkularisierung und Zerstörung des Klosters Klarenthal wurde die Grabplatte 
zusammen mit weiteren Denkmälern in die Mauritiuskirche zu Wiesbaden gebracht139), wo sie 
1850 beim großen Brand der Kirche zerstört wurde. 
Allianzwappen Nassau-Saarbrücken in geviertem Schild (1 und IV: Nassauer Löwe, II und 
III: Saarbrücker Löwe). 
Fol. 87v—88v Leer. 
137) Geb. 1368 als Sohn Graf Johanns von Nassau-Weilburg (t 1371) und seiner zweiten Frau Johanna 
von Saarbrücken-Commercy (f 1381). Er übernahm 1371 die Grafschaft Nassau-Weilburg, zunächst 
unter der Vormundschaft seiner Mutter, 1381 auch die Grafschaft Saarbrücken. Er wurde Stammvater 
des neuen Hauses Nassau-Saarbrücken. Seit 1384 verheiratet mit Anna von Hohenlohe-Weikersheim 
(t 11. 10. 1410) in erster Ehe, Tochter des Grafen Kraft IV. und seiner Gemahlin Elisabeth von Span¬ 
heim. Sie brachte Kirchheim, Boianden und Stauf als Erbe ein (vgl. Lehmann, Grafschaft Spanheim 
S. 119; S. 120 ihre Grabschrift). Philipp heiratete am 8. 5. 1412 in zweiter Ehe Elisabeth von Lothrin¬ 
gen (f 17. 1. 1456), Tochter des Friedrich von Lothringen und seiner ersten Frau Margaretha von Vau- 
demont und Joinville. — Zu Philipp vgl. ausführlich Ruppersberg, I, S. 180 ff. — Nach dem Klaren- 
thaler Nekrolog starb er am 4. Juli (vgl. Otto, Necrologium Nr. 270). 
138) Dort Schluß der Inschrift anderslautend: Comes in Nassau (et) in Sarbrücken cuius a(n)i(m)a req(ui)es- 
cat in S(an)cta pace. Amen. — Dazu andere Einteilung. 
139) Abb. bei Ruppersberg I, S. 201; Rossel S. 33. Vgl. auch Münzert a.a.O. 
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