Full text: Die saarländischen Weistümer, Dokumente der Territorialpolitik

stellen z. B. die Öffnungen von St. Gallen eine Regelung zwischen dem Kloster 
und den Untertanen im Niedergerichtsbereich dar, die Vorarlberger Landsbräuche 
betrafen im wesentlichen Fragen, die zwischen Herrschaft und Untertanen Recht 
setzten, bei den von Stahleder untersuchten unterfränkischen Quellen ergab sich 
die Rechtssetzung im Grundherrschaftsbereich. Insofern haben die saarländischen 
Quellen einen anderen Charakter, denn ihr Inhalt stammt zwar zum großen Teil 
aus dem Grundherrschafts- und Niedergerichtsbereich, ihre Funktion war jedoch 
fast ausnahmslos die Rechtssetzung zwischen den Herren, benutzt wurden sie 
sowohl von mediaten Gewalten zur Abwehr von Ansprüchen des Landesherrn 
als auch von diesem als Beweismittel gegen andere Territorialherren, aber auch 
gegen Adelige und Klöster. Innerhalb der Hofgemeinschaft hatten sie — cum 
grano salis — keine Bedeutung. Sie sind erst in zweiter Linie Quellen für die 
ländlichen Rechtsverhältnisse, hauptsächlich jedoch Dokumente des Landes¬ 
ausbaus. 
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