Full text: Die Wüstungen des Saarlandes

Wir berechnen mit den Zahlen aus dem saarländischen Bereich 1. einen 
Wüstungsquotienten nach der genannten 2. Methode: 
Wü. 
ma. Sdl. + Wü. 
- = qu. (1350—1650) 
420 
400 + 420 = 0,54 
Damit erhält man zunächst die Verhältniszahl 0,54 oder 54 von Hundert. 
Also fielen etwas über die Hälfte der um 1300 bestehenden Wohnplätze 
zwischen 1350—1650 wüst. 
Diese Prozentzahl wird nun mit der Fläche in Beziehung gesetzt. (Auf eine 
Fläche von 2567 km2 kommen 54 Prozent Wüstungen.) Die Frage des zwei¬ 
ten Teils der Berechnungen lautet nun: Welche Verhältniszahl erhält man 
bei 100 km2? Diese 100 km2 sind eine Bezugszahl, die nach Übereinkunft 
festgelegt wurde. 
(Die Fläche — die Prozentzahl 
100km2 — ?) 
Prozentzahl mal 100 km2 
- = WZ (Wüstungszahl) 
Fläche 
54 mal 100 
Auf einer Fläche von 100 km2 ergibt sich bei 54 Prozent Wüstungen (vom 
Gesamtbestand der mittelalterlichen Siedlungen) also eine relativ hohe 
Verhältniszahl, die die Verödung in Bezug auf den Raum und die Orts¬ 
anzahl in bestimmter Größenordnung (WZ = 2,1) angibt. Erst diese Ver¬ 
hältniszahl läßt nunmehr genaue Relationen zu. Man kann auf dieser Grund¬ 
lage eine Tabelle mit Erfahrungswerten des Wüstungsausmaßes aufstellen, 
und zwar mit den Abstufungen: unbedeutendes, geringes, mittelmäßiges, 
starkes und sehr starkes Vorkommen170. Auch wird man mit dieser Methode 
eine getrennte Berechnung von Höfen und Siedlungen durchführen können. 
Die Relativzahl (WZ) ist meiner Meinung nach eher eine qualitative Zahl, 
als es der Quotient und die Dichte allein waren, da Raum und Siedlungs¬ 
anzahl eng miteinander verknüpft werden. 
170 H. P o h 1 e n d t, Verbreitung ma. Wü. in Deutschland, S. 13. — W. Abel, 
Wüstungen, S. 4, s. Karte. 
47
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.