Full text: Die Wüstungen des Saarlandes

wegs der Herrschait Berus gerichtsbar und bottmäßig6. Die Herren von 
Berus stellen sich aber auf den Standpunkt, daß Hof und Hofmann zu 
Sermlingen inzwischen in den Gemeindeverband vom Dorfe Kerlingen 
integriert sind und, da sie dort die Jurisdiktion innehaben, sie somit auch 
für den Sermlinger Hof zuständig seien: Als in Anno 1610 auf Befehl 
hoechstermelter Dht (Durchlaucht/Herzog von Lothr.) alle Untertanen 
beschrieben und Rollen aulgericht, ist selbiger Holmann mit den Unter¬ 
tanen zu Kerlingen benennt, auch der Rolle wie dieselbige Einwohner 
eingeschrieben worden7. Am 14. März 1633 wurde die Angelegenheit zu¬ 
gunsten der Herren von Berus entschieden. Die Abtei blieb weiterhin 
Grundherr8. 1620: Sermlingen9. 1629: Güter in Sermeling10. Am 12. Jan. 
1669 wird der Hof zu Sermlynge einem Franz Pardo überlassen. Bis zum 
Jahre 1703 bezog die Abtei Bouzonville eine Korn- und Geldrente aus 
Sermlinger Gütern, die damals jedoch Fraulautern verkauft wurden. 
Noch 1771 hatte das Kloster Busendorf gewisse Besitzrechte11. 
g) Im Flurdistrikt Sermlinger Maselath, ein nach Süden abfallender Flurteil, 
befindet sich eine mit römischem Kulturschutt übersäte Geländekuppe. 
Bei einer Geländebegehung 1974 fand der Autor eine große Anzahl ma 
Scherben. Weiterhin wurden dort Mauersteine, Dachziegelstücke, ein 
Stück Basaltlava und eine Bronzemünze entdeckt12. 
h) Das Dorf gehörte bis zu seinem Untergang zur Pfarrei Leidingen. 
A) 1 Kat. A. Saarlouis, Parcellar-Plan Gemeinde Kerlingen, Urkataster 1830, M. 
1:1875 u. M. 1:937. — 2 Kat. A. Saarlouis, Parcellar-Pläne Gemeinde Gisingen und 
Gemeinde Ihn, Urkataster 1920, M. 1:1875, M. 1:1250 u. M. 1:937. — 3 E. Duvernoy, 
Catalogue des actes des ducs de Lorraine de 1048 ä 1139 et de 1176 ä 1220, Nancy 
1915, S. 103 Nr. 123: Jungk, Reg. S. 41 Nr. 134, —4 ebda, S. 225 Nr. 764; F. Eyer, 
AD Nancy, Nr. 1529. — 5 F. Eyer, AD Nancy, Nr. 1527; H. W. Herrmann, Collec¬ 
tion Lorraine, S. 146; R. Rehanek, Fraulautern, S. 42 u. S. 120. — 6 ebda, S. 121. — 
7 ebda, S. 122. — 8 H. W. Herrmann, Collection Lorraine, S. 109. — 9 H. u. C. 
Hiegel, Baillage I, S. 43. — 10 F. Eyer, AD Nancy, Nr. 1545 u. 1527. — 11 J. 
Klein, Dörfer, S. 124 f. — 12 BDS 13, 1966, S. 23 u. S. 15, 1968, S. 56; vgl. TK 
1:25 000 Nr. 6605 Hemmersdorf, r. 46370, h. 64380 u. 64250. 
B) N. Dorvaux, pouilles, S. 456, S. 703 u. S. 706. — F. Hellwig, Wü. Saargebiet. — 
W. Jungandreas, Hist. Lex. II, S. 279. — J. Klein, Dörfer, S. 75, S. 123 u. S. 195. 
— M. Müller, ON Regbez. Trier II, S. 53. — R. Rehanek, Der Sermlinger Hof, in: 
Unsere Saar 1930/31, 5. Jg. Nr. 1, S. 8—10. 
Siebershausen (355) 
Lk. St. Wendel, Gde. Werschweiler. 
Die Beschreibung des Amtes Lichtenberg aus den Jahren 1585 — 1588 von 
Johann Hoffmann erwähnt im Labachtal, oberhalb von Beuttersweiler, den 
Namen An Siebershausen. Der Ort war wahrscheinlich schon vor 1450 
wüst. 
A) StA Koblenz Abt. 24 Nr. 533, S. 90. — Heimatb. d. Kr. St. Wendel 1957/58, S. 14. 
— P. Krämer, Ostertal, S. 53. — G. Schmitt, Wü. St. Wendeier Land, S. 51. 
Siegehartsweiler (358) 
Lk. Homburg, Gde. Kirrberg. 
Im Jahre 1262 schenkt ein Pfarrer Johannes dem Kloster Werschweiler 
seinen Anteil der Güter zu Dunzweiler, Sigartsweiler und Selchenbach1. 
370
	        

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