Full text: Die Wüstungen des Saarlandes

men die Pilger wieder zur Kapelle. Dazu wurde eine Art Markt abge¬ 
halten. Das Dénombrement von 1683 legt die Abgabepflicht des Hof¬ 
mannes auf einen guten Wagen Heu und einen Wagen mit Stroh oder 
auf Zahlung von zwei Gulden fest. Weitere Nennungen liegen u. a. für 
die Jahre 1663, 1691—1717, 1748 und 1765 vor16. 1759 und 1762: Linseler 
Hofbänne17. Inzwischen war der Hof 1766 in einem Tauschvertrag mit 
Uberherrn unter die französische Landeshoheit gelangt. 
g) Im Jahre 1821 wohnen etwa ein Dutzend Personen auf dem Hof. Um 
1839 wurde der Hofbann, der circa 605 lothringische Tagewerke [jours) 
umfaßte, (davon waren 210 Äcker, 95 Wiesen und 300 Brachland), zum 
Bann Uberherrn geschlagen. 1961 zählte der Ab Wpl. Linslerhof 24 Be¬ 
wohner18. 
A) 1 TK 1:25 000 Nr. 6706 Ludweiler/Warndt. — 2 Kat. A. Saarlouis, Parcellar-Plan 
Gemeinde Überherrn, Urkataster 1830, M. 1:4000. — 3 Jungk, Reg. S. 28 Nr. 89; 
Lothr. Jb., Bd. 12, S. 3, S. 16. — M. Müller, ON Regbez. Trier II, S. 61. — 5 StA 
Koblenz Abt. 22 Nr. 2441, S. 74 u. Nr. 2442, S. 10. —6 StA Koblenz Abt. 22 Nr. 
2457 A, S. 69 (Sdialler, Einige Nachrichten) ; StA Koblenz Abt. 22 Nr. 2262, S. 48. 
— 7 L. Griebler, in: Saarheimat 1962, Nr. 12, S. 13. — 8 StA Koblenz Abt. 22 Nr. 
2457 i, Bl. 9. — 9 H. Gensicke, in: Saarl. Familienkunde, Jg. IV, 1971, Heft 14, 
S. 352.— 10 StA Koblenz Abt. 22 Nr. 2451, S. 427. —11 HStA Wiesbaden Abt. 
130 II Nr. 70,4, S. 447. —12 StA Koblenz Abt. 92 Nr. 267. — 13 R. Rehanek, Frau¬ 
lautern, S. 114. — 14 ebda. — 15 ebda. — 16 StA Koblenz Abt 22 Nr. 2457 A, S. 69, 
Nr. 2457 D, S. 5, Nr. 2262, S. 48 und Nr. 2731. — 17 M. Tritz, Wadgassen, S. 152. 
— 18 Amtl. Gemeindevezeichnis 1963, S. 32. 
B) G. Baltzer, Hist. Not. II, S. 91 f u. S. 129. — P. Buchleitner, Uberherrn, S. 31. — 
Ders., Heimatbilder II, S. 75. — N. Dorvaux, pouillés, S. 448 u. S. 706. — F. Hell- 
wig, Wü. Saargebiet. — W. Jungandreas, Hist. Lex. II, S. 613. — J. Klein, Dörfer, 
S. 194. — P. de Lorenzi, Beiträge I, S. 574. — M. Müller, ON Regbez. Trier II, 
S. 61. — W. Zimmermann, Ottw., S. 277. 
Listerhausen (237) 
Lk. St. Wendel, Gde. Hirstein. 
a) Südwestlich vom Ortskern, auf der linken Seite des Eichersbaches, nahe 
der Gemarkungsgrenze zu Pinsweiler, am alten Weg nach Hofeld. 
b) 1841 Flur 12: Listerhauser Dell, Listerhauser Wies, Auf der Listerhauser 
Wies, Unten an Listerhausen1. 
c) Gruppen- oder Einzelsiedlung, d) -F vor 1400. 
f) Das Hirsteiner Weistum von 1600 bezeichnet den heutigen Eichersbach 
als Alt- oder Listerhauser Bach: der Rechten zu, die Straße innen in die 
Treckiurt ist ein Bach also genannt, da ein Stein gestanden, aber nit 
mehr vorhanden, die alte Bach oder Listerhauserbach heraus2. 1606 heißt 
es: Von dem Steinhaufen hinein bis in die Mühlenbach ... bis in die 
Luestenheüßerbach, Luestenhaußerbach hinein . .*. 
g) Im Flurbezirk Listenhausendell ist ein römerzeitlicher Siedlungsplatz 
gefunden worden4. — Die Volkssage berichtet von einem Schloß, das 
hier gestanden haben soll. — Die Volksüberlieferung in Hirstein be¬ 
zeichnet die Wü. Lichtenhausen5. 
A) 1 Kat. A. St. Wendel, Flurkarte der Gemeinde Hirstein, Urkataster 1841, M. 
1:1250. — 2 H. Baldes, Birkenfeld, S. 428. — 3 StA Koblenz Abt. 1 C Nr. 7432, 
fol. 35 u. Nr. 7433, 7434 u. 7435. — 4 A. Kolling, Archäol. Funde Lk. St. Wendel, 
S. 39. — 5 G. Schmitt, Wü. St. Wendeier Land, S. 38 f. 
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