Full text: Die Wüstungen des Saarlandes

ungeiähr 400 Morgen Landes, welche durch die Gemarkungen von 
Scheuern, Neupel, Niederhofen, der Dagstuhlischen Ueberrother und 
Dörfer und der Churtrierischen Hasborner eingeschlossen werden. Auf 
dem St. Peters Bann stehet eine Capelle mit Eremitenwohnung. Wie bei 
Neupel bemerkt ist, ziehet solcher ins Dorf hinein und zwei Neupeler 
Häuser stehen auf Hilscherhauser Grund. .. Das Eigentumsrecht zum 
ganzen — aus Wiesen und Aeckern bestehenden Feld — gehöret 
mit Ausnahme des Capellenplatzes und Eremiten-Gartens den Ge¬ 
meinden Schemen, Neupel, Niederhofen und Ueberroth, welche sol¬ 
ches nach einer idealischen Einteilung in 26 Ruthen jede zu 12 
Schuh unter sich gleich anderm eigentümlichen Zinsgut posediren und 
obwohl durch Heiraten und Vererbungen auch Bauern von andern Ort¬ 
schaften an diesem Eigentumsrecht Teil erhalten haben, so sind doch 
dem Besitzstand nach bloß verbenannte Gemeinden zur Bestreichung des 
St. Peters Banns mit ihrer Viehherd befugt und bloß aus ihnen werden 
die Schöffen des Hilscher-Hauser Gerichts gewählt; jedoch waltet wegen 
Benutzung der Feldbäume ein Rechtsstreit unter ihnen vor. Jährlich auf 
Peters Tag wird gelegentlich der Wallfahrten zur Capelle bei selbiger 
Markt gehalten und vom Hochgerichtsherrn das Weinschenkungsrecht 
ausgeübt. Diese Capelle gibt den Titel zu einer Pfründe, wozu vormals 
die Abtei Tholey das Patronatsrecht gehabt, nachher aber eingebüßet 
und durch Vergleich vom 30. September 1761 als dem Freiherrn von Bu¬ 
seck in der Eigenschaft als Hochgerichtsherrn auf dem Hilscher-Hauser 
Bann zugestanden worden ist. Im Hilscher-Haußer Bezirk wird Jaspis 
gefunden. L. Prinz gibt noch folgende Angaben: „Die Pfarrchronik von 
Scheuern berichtet von zwei Glocken, die von der Hölzer Kapelle in die 
Scheuerner Pfarrkirche gelangten, desgleichen von zwei kleineren Ne¬ 
benaltären in der Pfarrkirche, die früher der Hölzer Kapelle angehört 
hatten. Wir erfahren sogar den Namen eines Einsiedlers Franz Rieffer, 
der um 1800 noch in Scheuern gelebt hat. Die Kapelle von Holzers 
scheint als letztes Haus dieses Weilers gegen Ende des 18. Jh. zerfallen 
zu sein"11. — 1787: Eremitei Heizershausen12. 1762: Holzerhauser Wald13. 
A) 1 Kat. A. Tholey, Übersichtskarte der Gemeinde Scheuern 1845. — 2 W. 
Fabricius, Taxa generalis, S. 26; F. Pauly, Merzig, S. 14, S. 24, S. 42 u. S. 136; 
P. de Lorenzi, Diözese Trier 1, S. 422. — 3 F. Pauly, Die Tholeyer Prozessions¬ 
liste von 1454, Rh. Vjbll. Jg. 29, 1964, S. 332. — 4 K. Hoppstädter, Von Hagen 
zur Motten, S. 74. — 5 F. Pauly, Merzig, S. 137. — 6 ebda, S. 35. — 7 Abteibibi. 
Tholey Salbuch 1707, S. 182. — 8 W. Fabricius, Erläuterungen V, 2, S. 90; 
F. Pauly, Merzig, S. 137. — 9 StA Koblenz Abt. 702 Nr. 379; Abteibibi. Tholey, 
Salbuch 1707, S. 201. — 10 Moser, OA Schaumburg, S. 3. — 11 L. Prinz, St. 
Wendel, S. 86. — 12 StA Koblenz Abt. 24 Nr. 874, S. 186. — 13 AD Nancy B 
12085 fol. 373. 
B) J. Engel, Amt Tholey, S. 16. — F. Hellwig, Wü. Saargebiet. — K. Hoppstädter, 
Gesch. Landeskunde, S. 89. — Ders., Sdl. Ottweiler, St. Wendel, S. 33. — W. 
Jungandreas, Hist. Lex. I, S. 534. — K. Lamprecht, Dt. Wirtschaftsleben II, S. 
729. — L. Prinz, Wü. Saarland, S. 14. — G. Schmitt, Wü. St. Wendeier Land, 
S. 28 f. 
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