Full text: Die Wüstungen des Saarlandes

gen: Item ein Platz heißt das Funkenbrucher Land samt Acker, Wiesen, 
Wälder und Rodtbüschen darauf, auch vor Zeiten ein Hof gestanden ist, 
und mit der Weidgang hernach benennt, und läßt man mich als Amtmann 
die Rodtbüsche zu meiner Belohnung genießen darum hie nihil (keine 
Abgabe). Item genannt drei Höf Wellet auch Dinscheit und Funkenbru¬ 
cher Land, der dreier Höf Büsche, wie wir voren steht, genieß ich als 
Amtmann und wird der Weidgang denen von Lockweiler solange meinen 
Junkeren beliebt, überlassen* Diese Eintragung wiederholt sich in den 
Jahren 1564 bis 1569. Aber auch die Rechnung von 1580 erinnert daran: 
Item die drei Höf zu Lockweiler als Wehlet, Dirschit und Funckenbrug, 
dero dreier Büsch hat bishero ein Amtmann gebraucht, der Weidgang 
ist den Nachbarn zu Lockweiler verliehen5. Diese Notiz findet sich bis 
15890. Bei der Zusammenstellung des Weidegeldes von Lodcweiler 1590 
wird festgelegt: Item vom Weidgang der dreien Hof zu Lockweiler als 
Wehlet, Dirschit und Funckenbrugh geben die Untertanen daselbst, so 
längs meinem Juncker geliebt 2 Pfund7. In diesem Jahr wird dieses Fun¬ 
kenbrucher Land als bei Löstern gelegen genannt. 1597 Funckenpruch8. 
Im Jahre 1614 gibt ein Niklaß Hans von Niederlöstern vier Faß Frucht 
für die Nutzung des Funckenbrucher Landes®. Noch 1674 verlautet in 
einer Rechnung der Herren von Sötern: Es hat vor diesem 3 Höfe um 
Lockweiler gehabt, als Thirrschiedt, so noch in esse, Wellet und Funken¬ 
burg10. Selbst 1720 ist die Erinnerung an den ehemaligen Hof noch nicht 
erloschen11. 
A) 1 TK 1:25 000 Nr. 6407 Wadern. — 2 Kat. A. Wadern, Parcellar-Plan Gemeinde 
Dagstuhl, Urkataster 1829, M. 1:5000. — 3 M. Müller, ON Regbez. Trier II, 
S. 37; K. Hoppstädter, Gesch. Landeskunde, S. 84; G. Kentenich, Stadtrechnun¬ 
gen, S. 37. — 4 StA Koblenz Abt. 38 Nr. 656, S. 224 u. S. 395. — 5 StA Koblenz Abt. 
38 Nr. 658, S. 18. — 6 Ebda, u. a. S. 676. — 7 StA Koblenz Abt. 38 Nr. 659, S. 13. 
— 8 ebda, S. 309. — 9 StA Koblenz Abt. 38 Nr. 661, S. 280. — 10 K. Hoppstädter, 
Lockweiler, S. 19. — 11 K. Hoppstädter, Dagstuhl und Sötern, S. 64. 
B) L. Griebler, Verschollene Dörfer, S. 1. — M. Enzweiler, Sagen, S. 70. 
Furt (125) Fyrt, Fürth (Lage unbestimmt) 
Lk. Homburg, Gde. Limbach. 
a) Furt lag wahrscheinlich an der Blies. Es ist an den Übergang der Kaiser¬ 
straße über die Blies zu denken. (Vgl. auch Schelfurt bei Blieskastel und 
Webenheim oder auch Abt-Steinfurt u. Herren-Steinfurt) 
c) Dorf, d) -F 15. Jahrhundert. 
e) Am 10. Februar 1336 bestätigt Graf Friedrich von Saarwerden, daß er 
dem Erzbischof Balduin von Trier seinen Anteil an den Dörfern Limbach, 
Forbach, Fürth, Volkerskirchen, Fronsbach und Hassel für 300 Pf. schwar¬ 
zer Turnosen auf Wiederlösung verkauft habe1. Es handelt sich hier mei¬ 
ner Meinung nach auf Grund der Reihenfolge der ON nicht um Fürth im 
Lk. Ottweiler. Am 17. Februar desselben Jahres stellt Balduin die ent¬ 
sprechende Gegenurkunde aus. Graf Friedrich von Saarwerden verzich¬ 
tet am 16. April 1346 auf alle Einkünfte, die der Erzbischof Balduin aus 
dem ihm auf Wiederkauf verpfändeten Dörfern Furth, Limbach, Furbach, 
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