Full text: Die Geschichte der Saarländischen Kreditbank Aktiengesellschaft

steigen262. Eine bedeutende Rolle kam der Koksproduktion zu, da Koks und die 
bei seiner Herstellung gewonnenen Nebenprodukte für die Kriegswirtschaft uner¬ 
läßlich waren. Daher wurde die Koksherstellung vom Staate gefördert und be¬ 
günstigt. Trotzdem sank sie zunächst in ähnlicher Weise wie die Kohleförderung, 
überstieg jedoch 1916 bereits die Produktion im Jahre 1913. Die Preise für Koks 
stiegen jedoch nicht so stark an wie diejenigen für Kohle263. 
Die Roheisen- und Rohstahlgewinnung mußte gegenüber 1913 in den Jahren 
1914 und 1915 große Einbußen überstehen, wobei die Rohstahlproduktion bis 
1915 um die Hälfte zurückging. Erst 1916 mit den Maßnahmen des Hindenburg- 
programms (Kriegsamt am 1. November 1916 und das Hilfsdienstgesetz, das am 
6. Dezember 1916 in Kraft trat) konnte die Produktion vorübergehend gesteigert 
werden264. Die Preise verdoppelten sich jedoch bis 1918 infolge der beginnenden 
Inflation für fast alle Produkte der Eisenindustrie265. Vor Beginn des Krieges 
erfreuten sich die Unternehmer einer allgemeinen wirtschaftlichen Prosperität, die 
durch vorübergehende Stockungen infolge politischer Unruhen (Balkankriege 
usw.) nur 
wenig beeinflußt wurde. Die Bestände an Zahlungsmitteln hatten sich 
262 preise für Kohle 
* 
Jahr 
Betrag in M 
1913 
12,50 
1914 
12,50 
1915 
15,50 
1916 
15,80 
1917 
25,80 
1918 
28,20 
H. Speyer, Saarindustrie in 
der Kriegs- und Übergangszeit, S. 67. 
263 Koksförderung im Deutschen Reich und deren Preisentwicklung 
Jahr 
Gesamtförderung 
Preis pro t 
1913 
32,2 Mill, t 
18,50 M 
1914 
27,3 Mill, t 
16,50 M 
1915 
26,4 Mill, t 
15,50 M 
1916 
33,0 Mill, t 
19,— M 
1917 
33,6 Mill, t 
33,60 M 
1918 
33,4 Mill, t 
37,— M 
H. Speyer, Saarindustrie in 
der Kriegs- und Übergangszeit, S. 69/70. 
264 Roheisengewinnung und Rohstahlproduktion im Saarrevier in t 
Jahr 
Roheisengewinnung 
Rohstahlgewinnung 
1913 
1 370 980 
2 079 825 
1914 
954 738 
1 389 995 
1915 
801 597 
1 048 442 
1916 
944 730 
1 304 917 
1917 
898 350 
1 265 397 
1918 
804 234 
1 085 817 
W. Cartellieri, Eisenindustrie an der Saar, S. 235. 
265 Entwicklung der Preise in der Eisenindustrie in Mark 
Jahr 
Roheisen 
Halbzeug 
T räger 
Stabeisen 
1914 
64,50 
95,— 
113,— 
86,— 
1915 
76,50 
115,— 
130,— 
146,— 
1916 
91,50 
142,50 
160,— 
200,— 
1917 
125,— 
202,50 
220,— 
220,— 
1918 
132,— 
202,50 
220,— 
235,— 
H. S 
peyer, Saarindustrie in der 
Kriegs- und 
Übergangszeit, S. 77. 
74
	        

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