Full text: Die Geschichte der Saarländischen Kreditbank Aktiengesellschaft

Durch Beschluß der Generalversammlung vom 31. März 1914 ging das gesamte 
Vermögen der Bergisch Märkischen Bank in Elberfeld mit allen Aktiva und Pas¬ 
siva gemäß des Fusionsvertrages vom 21. und 26. März 1914 auf die Deutsche 
Bank in Berlin über258. Lediglich die Hauptstelle in Elberfeld behielt ihren alten 
Namen mit dem Zusatz „Filiale der Deutschen Bank“. 
Diese Fusion hatte zur Folge, daß die Zweigstelle der Bergisch Märkischen Bank 
in Saarbrücken seit dem 1. April 1914 eine Filiale der Deutschen Bank und ins 
Handelsregister unter der Firma 
Deutsche Bank Filiale Saarbrücken 
eingetragen wurde. 
Die Deutsche Bank war durch diese Fusion eines der größten Bankinstitute der 
Welt geworden, da sie gleichzeitig über hohe eigene und fremde Mittel verfügte 
und darüber hinaus weitverzweigte Geschäfte auf allen Gebieten des Wirtschafts¬ 
lebens und in fast allen Ländern der Welt pflegte259. 
2. Die Deutsche Bank Filiale Saarbrücken während des Ersten Weltkrieges 
a) Die wirtschaftliche Situation von 1914 bis 1919 
Der Kriegsausbruch im August 1914 bedeutete für die gesamte deutsche Industrie 
einen empfindlichen Rückschlag. Der auf Hochtouren laufenden Wirtschaft wur¬ 
den plötzlich Arbeitskräfte entrissen. Hinzu kamen Transportschwierigkeiten, da 
die Armee die meisten Eisenbahnwaggons beanspruchte. Zunächst wagte nie¬ 
mand mehr, Geschäfte zu tätigen, so daß die Aufträge aus der privaten Wirt¬ 
schaft ausblieben. Dies verdeutlicht vor allem die Eisenindustrie an der Saar, deren 
Produktion im Juli 1914 noch 115 163 Tonnen betragen hatte, im August aber 
auf 22 543 Tonnen zurückging260. 
Die Kohleförderung ging etwa um ein Drittel zurück, da der Arbeiterausfall sich 
hier besonders bemerkbar machte201. Die starke Nachfrage nach diesem für die 
Kriegsführung wichtigen Rohstoff, die Erhöhung der Selbstkosten der Gru¬ 
ben und die inflationäre Entwicklung seit 1916 ließen die Preise für Kohle an- 
258 ASKB-BMB-I-1, S. 24 und Geschäftsbericht der DB pro 1914. 
259 Frankfurter Zeitung vom 5. März 1914. 
2,i0 H. Speyer, Saarindustrie in der Kriegs- und Übergangszeit, S. 66. 
201 Kohleproduktion im Deutschen Reich und im Saarland 
Jahr 
Gesamtförderung 
in Deutschland 
Förderung 
im Saarrevier 
Arbeiter auf den 
Saargruben 
1913 
191 511 000 t 
12 223 000 t 
51 322 
1914 
161 535 000 t 
9 276 000 t 
41 559 
1915 
146 712 000 t 
8 218 000 t 
32 199 
1916 
158 847 000 t 
8 782 000 t 
35 131 
1917 
167 311 000 t 
9 613 000 t 
42 683 
1918 
160 508 000 t 
9 214 000 t 
44 743 
(H. Speyer, Saarindustrie in der Kriegs- und Übergangszeit, S. 66/67, G. Schuster, 
200 Jahre Bergbau, S. 4 im Anhang). 
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