Full text: Die Geschichte der Saarländischen Kreditbank Aktiengesellschaft

46 Millionen Mark Akzepte besaß, konnte die Deutsche Bank ihre Bilanzzahlen 
auf der Aktivseite wie namentlich bei den Akzepten prozentual verbessern. 
Ferner brachte die Bergbank einen Zuwachs von 38—39 000 Konten, während 
zum Beispiel der A. Schaaffhausensche Bankverein überhaupt nur 31 000 Kon¬ 
ten führte. Durch diese Fusion würde ferner bewiesen, da der gesamte Bilanz¬ 
gewinn aus der Transaktion der gesetzlichen Reserve zugeführt würde, daß die 
Fusion nicht zur Verdeckung irgendwelcher Schäden erforderlich war252. 
Das Vorstandsmitglied Michalowsky konkretisierte am 25. Februar 1914 diese 
Vorschläge. Nach seinen Plänen sollte aus „intimsten Freunden“ der Deutschen 
Bank ein Syndikatsausschuß gebildet werden, um die Transaktion durchzu¬ 
führen253. In dem kurz danach zwischen der Deutschen Bank und den eng 
befreundeten Banken254 abgeschlossene Syndikatsvertrag wurde in den wichtig¬ 
sten Punkten der Vorschlag von Gwinners übernommen. Danach sollte die 
Deutsche Bank die Bergisch Märkische Bank unter Ausschluß der Liquidation 
nach Zustimmung beider Generalversammlungen übernehmen. Die Aktionäre 
der Bergisch Märkischen Bank sollten an Stelle ihrer Aktien solche der Deut¬ 
schen Bank im Verhältnis 8:5 erhalten mit Dividendenberechtigung vom 1. 
Januar 1914 ab255 256. 
Mitte Februar meldeten die Zeitungen die Fusionsabsichten beider Banken, wobei 
davon ausgegangen wurde, daß die Deutsche Bank bereits etwa zwei Drittel 
(50 Millionen) des Aktienkapitals der Bergbank besitze258. Vor allem diskutierten 
Fachleute die aktienrechtlichen und finanziellen Fragen der Fusion. Daß die Deut¬ 
sche Bank nicht gewillt war, die Bergisch Märkische Bank als eigenes Institut 
bestehen zu lassen, ähnlich wie die Discontogesellschaft die Norddeutsche Bank 
in Hamburg, und sich mit der Übernahme des gesamten Aktienkapitals zufrieden 
zu geben, resultierte aus den mit einer Verschmelzung verbundenen Vorteilen, wie 
Ersparnis von Verwaltungskosten wegen Wegfalls des Vorstandes und des Auf¬ 
sichtsrates der Bergbank und der Steuer des einen Betriebes257. 
252 DBA-Fusion 1914. Vorschlag zur Fusion von dem Vorstandsmitglied Gwinner. 
253 DBA-Fusion. Vorschlag des Vorstandsmitgliedes der Deutschen Bank, Herrn 
Michalowsky. 
254 Syndikatsvertrag zwischen der Deutschen Bank und dem Syndikat, vertreten durch 
einen Syndikatsausschuß, nämlich: 
Schlesischer Bankverein, Breslau; 
Deutsche Vereinsbank, Frankfurt a. M., 
Essener Credit-Anstalt, Essen-Ruhr, 
Hannoversche Bank, Hannover, 
Mecklenburgische Hypotheken- und Wechsel-Bank, Schwerin i. M., 
Pfälzische Bank, Ludwigshafen a. M., 
Rheinische Creditbank, Mannheim, 
Schweizerische Kreditanstalt, Zürich, 
Bankhaus Lazard Speyer-Ellissen, Frankfurt a. M., 
Bankhaus Jacob S. H. Stern, Frankfurt a. M., 
Württembergische Vereinsbank, Stuttgart, 
(DBA-Fusion, Syndikatsvertragj. 
255 DBA-Fusion, Syndikatsvertrag § 1. 
256 Kölnische Zeitung vom 18. Februar 1914 und Frankfurter Zeitung vom 13. Fe¬ 
bruar 1914. 
257 Kölnische Zeitung vom 18. Februar 1914. 
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