Full text: Die Geschichte der Saarländischen Kreditbank Aktiengesellschaft

Firma verbundenen Kosten gingen zu Lasten des Bankhauses Lazard, Brach & Co 
(§ I Art. IV). 
Louis Lazard wurde die Leitung der Zweiganstalt übertragen, und zwar in Ge¬ 
meinschaft mit von der Bergbank Elberfeld bestimmten Personen oder allein. Da¬ 
durch mußte sich der Direktor der Filiale nach den Anweisungen der Zentrale 
richten. Der Vertrag mit Louis Lazard lief zunächst fünf Jahre. Ihm wurde darin 
ein Jahresgehalt von 10 000 Mark und eine Tantieme von 5 °/o des Gewinnes, wel¬ 
chen die Zweiganstalt nach Absetzung aller Unkosten, Zinsen, Abschreibungen 
und Rückstellungen erzielte, zugesagt. Die Tantieme wurde mit 5000 Mark garan¬ 
tiert (§ I Art. V). Mit Ausnahme der Prokuristen Rauser und Kaufmann übernahm 
die Bergisch Märkische Bank alle Angestellten (§ I Art. VI). Ferner wurde zwischen 
den Teilhabern und Kommanditisten (1) noch vereinbart, daß die zum 1. Januar 
1905 ausscheidende Süddeutsche Bank ihre Kommanditeinlage am 1. April 1905 
plus Zinsen ab 1. Januar 1905 zurückerhalte (§ II). Nach dem Ausscheiden der 
Süddeutschen Bank mußten die noch verbleibenden Teilhaber und Kommandi¬ 
tisten187 für den Gewinn oder Verlust, der aus der Übernahme des Bankhauses 
entstand, aufkommen (§ III). Sollte die Bergbank das Haus Viktoriastraße 25 
ankaufen, mußten die Beteiligten ebenfalls berücksichtigt werden (§ IV). 
Die Bergisch Märkische Bank in Elberfeld übernahm im Jahre 1904 noch die 
Trierer Bank in Trier, die Kommanditgesellschaft auf Aktien A. Molenaar & Co. 
in Krefeld, den Padersteinschen Bankverein in Paderborn und dessen Filiale in 
Warburg. Zur Durchführung der Verschmelzung dieser drei Bankfirmen, zur Er¬ 
füllung des mit dem Bankhaus Lazard, Brach & Co. getroffenen Abkommens und 
zur Verstärkung der Betriebsmittel beschloß die außerordentliche Generalver¬ 
sammlung am 28. November 1904 die Erhöhung des Grundkapitals von 
54 250 000 Mark auf 60 000 000 Mark. Von den neu auszugebenden Aktien über 
nominal 5 750 000 Mark waren laut den Verschmelzungsverträgen mit der Trierer 
Bank und dem Padersteinschen Bankverein 2 625 000 Mark schon für das Jahr 
1904, der Rest von 3 125 000 Mark vom 1. Januar 1905 an dividendenberech¬ 
tigt188. Dieser Kapitalerhöhung waren Verhandlungen mit der Deutschen Bank 
in Berlin vorausgegangen, die ihre Zustimmung geben mußte. In bezug auf die 
187 Teilhaber der Firma Lazard, Brach &c Co. waren Ende 1904: 
a) Witwe des Bankiers Myrtil Lazard, Hermine geh. Weiss, 
b) Ehefrau des prakt. Arztes Dr. Hermann Ewh, Anna geb. Lazard, 
c) Bankdirektor Louis Lazard, St. Johann, 
d) Ehefrau des Banquiers Paul Schüler, Tilly geb. Lazard, Bochum, 
e) Paul Lazard in Rheinbach, 
Kommanditisten waren Ende 1904 nach Ausscheiden der Süddeutschen Bank in 
Mannheim: 
a) Bankier Emil Weiss aus Frankfurt a. M., 
b) Bankier Eduard Weiss aus Frankfurt a. M., 
c) Kommerzienrat Leopold Lazard aus Metz, 
d) Ehefrau des Bankiers Paul Schüler, Tilly geb. Lazard, Bochum, 
ASKB-BMB-F-1, Bl. 3. Laut Eintragung im Handelsregister A Nr. 103 vom 8. Okto¬ 
ber 1919 wurde Louis Lazard von diesem Tage an alleiniger Inhaber der Firma 
Lazard, Brach Sc Co. in Saarbrücken. Die oben genannten Teilhaber und Komman¬ 
ditisten schieden am selben Tage aus (ASKB-BMB-I-1, Bl. 2). 
188 ASKB-BMB-E-1, Geschäftsbericht der Bergisch Märkischen Bank in Elberfeld für das 
Jahr 1904. 
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