Full text: Die Anfänge des Hauses Habsburg-Lothringen

Schwaben (+ 1080), geboren haben soll21. Dieser Ansicht, die eine Reihe inter¬ 
essanter genealogischer Probleme tangiert, brauchen wir hier nicht weiter nach¬ 
zugehen, da sie für unsere Fragestellung nicht entscheidend ist. 
Als Wirkungskreis des Grafen Adalbert wird uns das Metzer Gebiet überliefert. 
Im Chronicon S. Benigni Divionensis und bei Alberich von Trois-Fontaines wird 
er comes Metensis genannt22, während ein verlorenes Chronicon S. Maximini 
Treverensis vom comes potens in Sarachowa nomine Adalbertus, qui et Meten- 
sibus praesidebat, gesprochen haben soll23. Im Saargau und Niedgau liegen 
überdies auch große Besitzungen Adalberts und Judiths sowie Gerhards und 
Giselas: so Busendorf, wo Judith die Gründung des Klosters begann, während 
sich Adalbert zu einer Pilgerfahrt ins Heilige Land begeben hatte, die Ortschaf¬ 
ten Waldracha (= Wallerchen/Vaudreching, Canton Busendorf) mit den zuge¬ 
hörigen Dörfern Britenacba (= Brettnadh, Canton Busendorf) und Hechelingen 
(= Hecklingen, Gde. Busendorf), Fildorf (— Filsdorf, Canton Busendorf), Vro- 
coringa (= Wormeldingen/ Wormeldange, Luxemburg, Canton Grevenmachern), 
Offewilre (= Offweiler/Offviller, Canton Niederbronn), Datram (wohl verlesen 
für Matram = Obermodern, Canton Buxweiler), Raldinghen ( = Rahlingen/ 
Rahling, Canton Rohrbach bei Bitsch), Hergarda (= Hargarten, Kreis Merzig- 
Wadern), die sämtlich in der Bestätigungsbulle Papst Alexanders III. vom Jahre 
1179 als Gründungsbestand von Busendorf genannt werden, ebenso wie das von 
Gerhard dem Kloster zugestandene Bannrecht im Niedgau von Sucnefurt bis zur 
Saar (ius etiam bannense, quod patres eins tenuerunt in pago Nidense a loco qui 
dicitur Sucnefwrt usque Sara jluvium). Lediglich die Nennung von Cisen 
(= Nieder- und Oberzissen, Kreis Ahrweiler) innerhalb des Gründungsbestandes 
21 H. J a k o b s, Der Adel in der Klosterreform von St. Blasien (1968) S. 164 ff., 183, 
185, 201 Anm. 11, 211, Tafel A, B. — Die Erwähnung Judiths im Testament des 
Propstes Adalbero von St. Paulin in Trier, eines Sohnes des um die Wende vom 
10. zum 11. Jahrhundert verstorbenen Grafen Siegfried von Luxemburg, als Adal¬ 
beros amita (H. Beyer, Mittelrhein. Urkundenbudi I S. 363 nr. 308 ÏII) kann 
nicht zu weiteren Überlegungen Anlaß geben, da es sich bei diesem Testament um 
eine Trierer Fälschung des 13. Jahrhunderts handelt, die in einem größeren Komplex 
gefälschter Urkunden Adalberos, Adalberts und Judiths gehört; vgl. dazu schon 
E. Kimpen, Rhein. Anfänge S. 4 f.; H. Jakobs, a. a. O. S. 167; H. Renn, 
Das erste Luxemburger Grafenhaus S. 59, 61 f., 83; O. Oppermann, Rheinische 
Urkundenstudien II: Die trierisch-moselländischen Urkunden (1951) S. 260 ff. 
22 Vgl. oben Anm. 2; Alberich von Trois-Fontaines, MG SS XXIII S. 785 zu 1036: 
Bruno episcopus Tullensis, Albertus comes Metensis et dux Ger ardus, filius eius, 
multa contulerunt ecclesiis. (Zu dux Gerardus vgl. oben S. 80 Anm. 2). 
23 Zitiert nach V. Châtelain, Le comté de Metz, in: Jahrbuch d. Ges. f. lothring. 
Gesch. u. Altertumskunde XIII (1901) S. 296. Unser Wissen von dieser „Chronique 
manuscrite de S. Maximin de Treves“ beruht lediglich auf dem von Châtelain zitierten 
Satz des Père Benoît (Picart), L’origine de la très illustre maison de Lor¬ 
raine (1704) S. 162. Im Nachlaß des 1723 verstorbenen Abbé François de Camp 
von Signy (Paris, Bibl. Nat., Nouv. acqu. fr. 7396 S. 258 und 475) werden „Annales 
ms. de Treves“ erwähnt, bei denen es sich um das gleiche Opus handeln dürfte. 
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