Full text: Die Anfänge des Hauses Habsburg-Lothringen (4)

kirche, verstorben, zumal sie — nach dem Busendorfer Bericht — in deren Mitte 
bestattet worden ist14. Sie starb offensichtlich an einem 27. Juli15, und zwar vor 
103818. Adalberts Sohn, Graf Gerhard, soll dem gleichen Bericht zufolge duode¬ 
cimo anno post mortem patris verstorben sein17. Das deutet auf 1044/45. 
Ober die Herkunft der Gemahlinnen Adalberts und seines Sohnes Gerhard — 
Judith und Gisela — ist nichts Sicheres bekannt18. Für Gisela hat E. Kimpen 
jedoch die Vermutung ausgesprochen19, sie sei eine Tochter des Herzogs Dietrich I. 
von Oberlothringen (978—1026/27) gewesen. In diese Richtung weisen immerhin 
14 Da sie überdies ihre unten S. 86 Anm. 27 zitierte Schenkung pro remedïo anime 
sue et sui senioris et suorum antecessorum ausführte, muß sie doch wohl ihren 
Ende 1033 verstorbenen Gemahl überlebt haben. Ansonsten hätte doch wohl Adalbert mit 
als Schenker fungiert. 
15 Vgl. dazu unten S. 90 Anm. 46. 
16 Vgl. unten S. 90. 
17 MG SS XV, 2 S. 978. 
18 Von einigen Autoren wie P. P. Brucker, L’Alsace et l’Eglise au temps du pape 
Saint Léon IX, 2 Bde (1899), bes. I S. 323 und 343, und G. Poull, La maison 
ducale de Lorraine (1968) S. 5 f., wird Gisela als Tochter des Grafen Gerhard von Metz, 
eines Bruders des hier behandelten Grafen Adalbert vom Saargau, angesehen. Gerhard, 
Sohn Adalberts, müßte demnach seine Cousine 1. Grades (= kanonischer Ver¬ 
wandtschaftsgrad 2:2) geheiratet haben; das aber ist eine gerade für die Zeit Kaiser 
Heinrichs IL, als Verwandtenehen noch des kanonischen Verwandtschaftsverhältnisses 
3:4 und 4:4 öffentlich angefochten wurden und zur Auflösung gebracht werden sollten 
(s. oben S. 63 mit Anm. 62), unmögliche Unterstellung. (G. Poull, a. a. O., führt 
dabei auch — was nur auf einem Mißverständnis beruhen kann — meine Studien 
zur Äbtissinnenreihe von Remiremont als Beleg für solche Konstruktionen an). 
Stützen ließe sich eine solche Behauptung allenfalls mit einer Nachricht des erst 
etwa 1326 schreibenden und in vielem unzuverlässigen Johann von Bayon, der aber 
letztlich auch noch Gerhard mit seinem gleichnamigen Onkel Gerhard, dem Bruder 
des Grafen Adalbert vom Saargau, verwechselt. In Johanns Chronicon Mediani- 
Monasterii (C a 1 m e t, Hist, de Lorraine, 1. Aufl. II Pr. S. 64, 2. Aufl. III Pr. 
S. 215) liest man ja: Cum autem gravis dissensio anno millesimo duodecimo orta 
fuisse t inter Henricum caesar em et Theodericum episcopum Metensem, qui erat levir 
eiusdem Henrici, et comitem Gerardum fratrem Alberti ducis Lotariensium: qui 
Gerardus neptem ipsius caesaris ex sorore nomine Gillam uxorem sortitus erat, 
Und auf S. 67 f. bzw. 219 heißt es: Godefridus dux . . . contra predictum Gerardum 
. , . conflixit, ubi . . . Sigifridum filium eius apprehendit. Anno autem millesimo 
trigesimo septimo praedictus cornes Gerardus neptem ex sorore nomine Gyselam, 
pro re quam decet silentio premi, uxorem sortitus est: pro quo aequivocus ex ea 
natus, quia ipse citata morte obiit, ducatum Lothariensem post assecutus est. Be¬ 
trachtet man aber diese Nachrichten genau, so müßte Gerhard einmal (— wenn man 
schon von der Verwechslung mit seinem gleichnamigen Onkel absieht —) eine neptis 
Heinrichs II. durch dessen Schwester geheiratet haben, das andere Mal aber die 
Tochter seiner eigenen Schwester. Auf all dies ist gar nichts zu geben, wie schon 
E. Kimpen, Rhein. Anfänge S. 3, mit Recht betont. Bei der Angabe der Ehe 
Gerhards mit einer neptis Kaiser Heinrichs II. dürfte die unten S. 88 f. behandelte 
Ehe des älteren Grafen Gerhard von Metz (Bruder des Grafen Adalbert vom Saar¬ 
gau) mit einer Schwester der Gemahlin des Kaisers Heinrichs II. den Anstoß ge¬ 
geben haben. 
19 E. Kimpen, Rhein. Anfänge S. 4 Anm. 13. 
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