Full text: Die Anfänge des Hauses Habsburg-Lothringen

Das gleiche wird in einer Verduner Urkunde überliefert6. Über Dado wiederum 
und seine Abstammung gibt ein Eintrag im Liber memorialis von Remiremont 
den erwünschten Aufschluß: Domini Dadoni episcopi cum genitore Radaldo et 
matri Rotrude sororibusque Uuilburch et Lantsint cum fratre Adelberto et filiis 
suis pro elemosynis multis nobis frequenter conlatis obtamus, ut scuto divine 
protectionis bic et in evum tueantur. Amen7. Daß hier tatsächlich der Verduner 
Bischof gemeint ist, zeigt eine andere gleichzeitige Eintragung8. Hatte Dado, des¬ 
sen Eltern und Geschwister hierdurch bekannt werden, den Bischof Bernoin, Sohn 
Matfrieds von Metz, zum Neffen, so kann die Verwandtschaft nur durch eine 
der beiden genannten Schwestern Dados bewirkt worden sein. Es ist nur die 
Frage, ob Wilburch oder Lantsint mit dem Grafen Matfried vermählt war. Deut¬ 
lich erkennbar ist aber immerhin schon, daß Graf Adalbert von Metz, Matfrieds 
Sohn, seinen Namen nach dem mütterlichen Bruder erhalten haben dürfte. Wer 
von den beiden genannten Damen die Gemahlin des Grafen Matfried gewesen 
ist, ersehen wir aus einem weiteren Eintrag des Liber memorialis von Remire¬ 
mont, der offenbar bei einer größeren Stiftung an die Abtei zustandekam9: 
1111 non. ian. obiit Adellardus; Non. mar. obiit Lantsquent; 1111 kal. april. obiit 
Godefridus comes; XII kal. . . . obiit Otlint; X kal. iuli obiit Richerus episcopus; 
XI1II kal. sept. obiit Matfridus; VIIII kal. ... Haganon anniversarius; Adel¬ 
lardus. 
Ermentrut, Gerart, Godefrit, Adellart, Albert, Givart, Richerus, Gerberia, Cone- 
gunt, Conegunt, Ermentrut, Conegont, Adallart, Ahrtman10. 
Diesen in zwei Abschnitten von einem Schreiber wohl in den 50er Jahren des 
10. Jahrhunderts in einem Zuge eingeschriebenen Personenkreis, der durch die 
beiden Abschnitte in Verstorbene und Lebende gegliedert ist, kennen wir zu 
großen Teilen schon aus den bisherigen Darlegungen. So findet man etwa den 
949 noch bezeugten Pfalzgrafen Gottfried bereits unter den Toten, seine Ge¬ 
mahlin Ermentrud mit den fünf Kindern (einschließlich des 964 in Italien gestor¬ 
benen Herzogs Gottfried) unter den Lebenden. Ermentrud steht mit ihren Kin¬ 
dern sogar so im Zentrum, daß man wohl annehmen darf, die Eintragung in 
6 Polyptidion von Verdun, Auszug bei R. de Wassebourg, Les antiquités de la 
Gaule Belgique (1549) fol. CLXXXII: Ad cumulum vero tanti mali succedente in 
eodem loco nepote domini Dadonis, venerabile episcopo Barnoino, primo eius ordi¬ 
nationis anno crudelissima gens Hungarorum improvisa ipsum adiit episcopium . . . 
7 Lib. mem. f. 4r. Vgl. A. Ebner, Der Liber vitae und die Nekrologien von Remire¬ 
mont, in: NA 19 (1894) S. 59. Aus dieser Edition ist der Eintrag auch R. P a r i s o t, 
Le royaume de Lorraine sous les Carolingiens (1899) S. 451 Anm. 1, bekannt ge¬ 
worden. 
8 Lib. mem. f. 53v: Dadoni episcopi benefactorem loci huius, Berhardi episcopi atque 
Attonis, Rodoldi, Rutrude, Uuilburdis, Lansendis, Humberti et omni grege prcdicti 
episcopi Uirdunensium Dadoni cum omnibus consanguineis illius. 
9 Er entspricht ganz dem oben S. 14 Anm. 10 angeführten Beispiel. 
10 Lib. mem. f. 39r. — Vgl. auch das Foto am Schluß des Bandes. 
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