Full text: Die Anfänge des Hauses Habsburg-Lothringen

bedenkt, nicht auffällig, daß derjenige lothringische Klosterreformer, der für die 
Wiederherstellung von Bouxieres wesentliches leistete und in einem lebhaften 
Gedankenaustausch mit der ersten Äbtissin Rothild stand21, den Namen Humbert 
trug? Darf dieser bekannte Reformmann, den man wohl als Altersgenossen von 
Umbertus und Adelindis/Acila anzusehen hat, etwa als ein Verwandter Framberts 
oder Gocas, vielleicht als ihr Neffe, gelten? Hier soll kein leichtfertiges Urteil 
gefällt werden. Zu beachten ist freilich auch, daß in dem oben S. 18 zitierten 
Eintrag von f. 53 r des Liber memorialis von Remiremont immerhin auch eine 
Rotildis amitanea erscheint. Zumal wir auch noch auf Bischof Gauzlin von Toul, 
den bischöflichen Förderer der lothringischen Klosterreformbewegung und Neu¬ 
begründer von Bouxieres, im Zusammenhang mit dieser Familie zu stoßen schei¬ 
nen22, könnte sich ein bislang völlig unbekannter familien- bzw. verwandtschafts¬ 
mäßiger Hintergrund dieser Reformerscheinungen abzeichnen. Jedoch ist dem hier 
nicht weiter nachzugehen. 
Sind in den auf S. 18 von uns zusammengestellten Einträgen der Lizuidishand 
aber auch noch Verwandte der Mutter der Lizuidis, etwa Geschwister der Adelin- 
dis, (die nach dem Eintrag auf f. 56 r auch Acila gerufen wurde), und ihres Bru¬ 
ders Ursus etc. enthalten? Aus Lizuidens Einschreibung auf f. 53 r des Liber me¬ 
morialis von Remiremont erfahren wir, daß Adelindis und Ursus mindestens 
noch vier Brüder hatten. Jener Eintrag beginnt ja mit: Aquinus Acila jratres sui 
Arnulfus Huno Gerat Franco. Und diese Gruppe Huno Arnolf Gerat Franco 
bildet zudem auf f. 57 r, in welcher bezeichnenderweise Aquinus nicht genannt 
ist, (was eindeutig zeigt, daß die jratres sui der vorgenannten Gruppe sich wirk¬ 
lich auf Adelindis/Acila beziehen), die Fortsetzung der Namenreihe nach der 
engeren Humbert-Adelind-Familie und ihrer Kinder sowie der Tanten (Emma, 
Teudrada) und Onkel (Frambert, Girbert)23 von der Vaterseite. Sie findet sich eben¬ 
falls auf f. 56 r von einer Nachtragshand, die Lizuidens Eintrag ergänzte, als 
Beginn einer neuen Namengruppe: Huno Arnulfus Geart Franco — Anno Annita 
Erbertus Anno iuuenis Rotaud Uuanigus Uualteir Hunold Gisla soror illorum 
Ugo Hadebalt — Hunolt Leutardus24. Daß Ursus d. Jüngere dabei nicht mit¬ 
21 Vgl. E. S a c k u r, Die Cluniacenser I (1892) S. 148, 174 f.; K. H a 11 i n g e r, Gorze- 
Kluny I (1950) S. 52 Anm. 6, 64, 76 f., II (1951) S. 887 f. : 
22 Vgl. unten S. 32 und 38 f. 
23 Wahrscheinlich war Girbert der Gemahl einer der drei bislang ermittelten Tanten 
der Schreiberin Lizuidis. 
24 Es könnten hier freilich auch zwei zeitlich nahe beieinanderliegende Einträge des 
gleichen Schreibers gegeben sein, wobei dann der erste nur die Namen der vier Brü¬ 
der umfassen würde. Das dürfte sich bestätigen, wenn man feststellt, daß der 
Namenbestand des zweiten Teiles in anderen Einträgen des Liber memorialis wieder¬ 
kehrt, ohne daß dabei auch die Namen der vier Brüder Huno, Arnolf, Gerart und 
Franco wieder begegnen. Vgl. z. B. f. 57 r (oberes Blattdrittel); sodann f. 54 r (Blatt¬ 
mitte); zu beachten ist in diesem Zusammenhang auch f. 47 v (rechte Spalte, untere 
Hälfte). 
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